Rassistisches Motiv

Mann (44) trat zehnjährigem Kicker ins Schienbein

Gericht
18.05.2026 15:56

Ein Wiener verübte in der Donaustadt drei rassistische Attacken in Folge am helllichten Tag. Auch ein Kind blieb von den Wutausbrüchen des früheren Magistratsbediensteten nicht verschont. Die kuriose Verantwortung: „Ich wollte kurz mitspielen.“

Im Prozess trägt er Anzug, berichtet, dass er zuletzt beim Wiener Magistrat als Wahlhelfer gearbeitet hat. Im Kontrast dazu stehen die Videos, die in der Geschworenenverhandlung gezeigt werden. In einem ist der 44-Jährige zu sehen, wie er nach dem ersten seiner drei Angriffe am 31. August 2025 die Stiege bei der U-Bahn-Station Rennbahnweg heruntertorkelt und wüst auf Menschen mit Migrationshintergrund schimpft.

„Ausländers...“, ist da etwa zu hören, ehe er den Arm zum Hitlergruß hebt. „Auch hat er einen Mann, der am Bahnsteig mit seinen Kindern wartete, attackiert“, so die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer.

„Da is ja nix dabei“
Angriff Nummer zwei betraf Kinder, die im Hof Fußball spielten. Einen Zehnjährigen trat der Wiener ins Schienbein, wieder begleitet von rassistischen Sprüchen. „Der Ball ist mir entgegengerollt. Ich hab bissl mitgekickt. Da ist ja nix dabei. Der Tritt muss beim Zweikampf im Spiel passiert sein“, versucht der Angeklagte, die Verletzung des Buben mit einer kuriosen Verantwortung kleinzureden.

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Ich bin normalerweise ned so a Mensch, i wü a ned so a Mensch sein.

Der Angeklagte im Prozess

Immer wieder sagt der Angeklagte, dem unter anderem nationalsozialistische Wiederbetätigung, Nötigung, gefährliche Drohung und Körperverletzung vorgeworfen wird: „Ich war an dem Tag massiv betrunken.“ – „Also immer, wenn Sie angetrunken sind, sagen Sie ‘Neg..‘?“, fragt die vorsitzende Richterin den Wiener. Der daraufhin beteuert: „Ich bin normalerweise ned so a Mensch, i wü a ned so a Mensch sein.“

Auf Eis der Opfer gespuckt
Dennoch kam es an jenem Tag im August noch zu Angriff Nummer drei. Wo er mit ausländerfeindlichen Parolen und einer zerbrochenen Bierflasche auf vier junge Männer losging – nachdem er ihnen auf deren Eis gespuckt hatte. „Das war unabsichtlich aufgrund meiner feuchten Aussprache. Daraufhin hab ich zwei Schläge bekommen.“

Im Landl muss der Wiener an seinem „reumütigen Geständnis“ noch arbeiten. „Sie können sich an alles gut erinnern. Aber immer, wenn’s ein bissl unangenehm wird, wissen’s nix mehr“, fasst es einer der Richter zusammen. Vertagt, weil ein Zeuge fehlte.

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