Bei einer Großdemonstration unter dem Motto „Keine Bühne für den Völkermord“ haben am Samstagnachmittag einige Hundert Menschen gegen die Teilnahme von Israel beim ESC protestiert. Wie schon beim „Song Protest“ am Freitag wurde das Demo-Bild vor allem von Palästina-Fahnen geprägt.
Die Teilnehmer zogen dabei ab 14 Uhr vom Christian-Broda-Platz beim Westbahnhof über die Schmelzbrücke hinter die Stadthalle. Das Ende war um 17 Uhr geplant. Mit Salah Abdel Shafi war auch der palästinensische Botschafter in Österreich vertreten. Dieser sprach von einer „Schande“. „Die Teilnahme Israels ist ein Versuch, Völkermord zu normalisieren“, so Shafi. Kunst sei auch niemals unpolitisch. „Wir sind vereint in der Liebe, wir sind vereint im Frieden, aber wir sind nicht vereint im Genozid“, sagte der Botschafter.
„Während trotz eines angeblichen ,Waffenstillstandes‘ täglich Palästinenserinnen und Palästinenser im Gazastreifen umgebracht werden, während Hilfsgüter weiter zurückgehalten werden, wird Israel im Rahmen des Song Contests eine Propaganda-Bühne geboten“, hieß es seitens der Organisation. Zudem könnte die Stadt Wien die geschätzten rund 23 Millionen Euro, die für den Song Contest aufgebracht worden sind, besser in die Mindestsicherung oder den öffentlichen Verkehr investieren.
Protest gab es Samstag aber auch gegen „den grassierenden antizionistischen Boykott-Wahnsinn“. Bei einer Kundgebung und einem Infostand von 14 bis 21 Uhr am Urban-Loritz-Platz wollen das Bündnis gegen Antisemitismus und Artists Against Antisemitism Wien ein „Zeichen für Gastfreundschaft und Solidarität“ setzen.
„Wegsehen keine Option mehr“
Im Rahmen der Aktion verteilten Aktivisten einen Leitfaden mit dem Titel „12 Punkte gegen Antisemitismus“. Darin forderten sie u.a. die Zivilgesellschaft auf, soziale Medien kritisch zu hinterfragen und antisemitische Vorfälle konsequent bei der Meldestelle der IKG zu melden. „Wir versprechen, weiterhin entschieden gegen jeden Antisemitismus Stellung zu beziehen, genau wie wir es bei Rassismus, Sexismus und anderen Diskriminierungen tun“, betonen die Organisatorinnen und Organisatoren. In einer Zeit der „globalen Intifada“-Rufe und Brandanschläge sei „Wegsehen keine Option mehr“.
Zu Zwischenfällen kam es bei sämtlichen bisherigen Veranstaltungen nicht. „Es ist alles ruhig verlaufen“, hieß es seitens der Polizei.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.