Tirols Industrie-Boss:

„Dieses Papier ist Vision, klare Strategie fehlt“

Tirol
24.01.2026 11:00

Max Kloger, Boss der Industriellenvereinigung in Tirol, begrüßt zwar, dass die Regierung etwas tun möchte, vermisst aber die ganz konkreten Pläne bei der Industriestrategie. Und er kritisiert, dass die Maßnahmen zu spät kommen würden.

Etwas mehr als 100 Seiten umfasst die „Industriestrategie Österreich 2035“. Untertitel: „Für einen wettbewerbsfähigen Industriestandort und wirtschaftliche Resilienz.“ Die „Krone“ berichtete über das am Freitag in der Vorwoche präsentierte Papier, das mit 114 Maßnahmen unser Land in die Top-10 der OECD-Länder hieven soll.

Vorgesehen ist unter anderem ein Förderbudget von 2,6 Milliarden Euro, das in neun sogenannte Schlüsseltechnologien fließen soll sowie ab dem Jahr 2027 ein Industriestrompreis nach deutschem Vorbild. „Für die Hälfte des Verbrauchs kann der Strompreis auf bis zu fünf Cent pro kWh gesenkt werden“, heißt es diesbezüglich.

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Man hat oft schon das Gefühl, dass man schlecht ist, wenn man einen Antrag auch nur einbringt.

Max Kloger

„Sehr viel ist lediglich mit Überschriften belegt“
Max Kloger, Präsident der Industriellenvereinigung Tirol, meint im Gespräch: „Wir sind sehr froh, dass die Regierung erkannt hat, dass sie etwas tun muss, allerdings sind von den 114 Einzelaktivitäten sehr viele mit Überschriften belegt.“ Der IV-Boss vermisst einerseits die konkreten Maßnahmen und bemängelt andererseits, dass diese auch zu spät kommen. „Es steht da irgendetwas mit fünf Cent drinnen, aber wie genau das aussieht, weiß man noch nicht.“

Kloger blickt zum deutschen Nachbarn, wo 36 Milliarden Euro in die Hand genommen werden, um einen Industriestrompreis zu erstellen. „In Österreich soll er wohl ähnlich kommen. Die Deutschen machen das aber jetzt, wir erst ab 2027.“

Tirols IV-Präsident Max Kloger (l.) im Gespräch mit „Krone“-Redakteur Manuel Schwaiger. Dem Boss ...
Tirols IV-Präsident Max Kloger (l.) im Gespräch mit „Krone“-Redakteur Manuel Schwaiger. Dem Boss der Industrie hierzulande fehlt in der Strategie das Konkrete.(Bild: Christian Forcher/Fotoworxx)

Zu lange Verfahrensdauern ärgern noch immer
Dieselbe Kritik äußert er hinsichtlich der Besteuerung von Pensionisten, die in ihrer Rente weiterarbeiten möchten. „Was wir sehr positiv empfinden, ist, dass es eine Grenze von 15.000 Euro gibt, die nicht versteuert werden, aber auch das kommt erst ab 2027.“ Kritik kommt vom IV-Boss einmal mehr auch hinsichtlich der zu langen Verfahrensdauern sowohl bei Wasserkraftwerksbauten als auch anderen Projekten. Und er gibt zu bedenken: „Man hat oft schon das Gefühl, dass man schlecht ist, wenn man einen Antrag auch nur einbringt.“

Plädoyer für bessere Grundstimmung
Es brauche zweierlei, ist sich Kloger abschließend sicher: Eine positivere Grundstimmung, um Dinge anzupacken, und eine klarere Strategie. „Dieses Papier ist eher nur eine Vision.“

Zum Einwand der „Krone“, dass doch die IV in die Erstellung des Papiers eingebunden war, meint Kloger, dass „wir zwar unsere Expertise eingebracht haben. Bei dem daraus resultierenden Konsens, den die Regierung beschlossen hat, waren wir aber nicht dabei.“

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