Neue Strategie

Oberösterreich Kampf gegen den Pflege-Kollaps

Oberösterreich
07.05.2026 16:06
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Das Land Oberösterreich zieht jetzt die Reißleine: Mit der neuen „Betreuungsarchitektur 2040“ soll das System grundlegend umgebaut werden. Man setzt auf Betreuung zu Hause.

Schon heute sind etwa 42.000 Oberösterreicher über 85 Jahre. Bis 2040 kommen laut Prognose weitere 29.000 dazu. Gleichzeitig steigt die Zahl der Pflegebedürftigen massiv an. Besonders brisant: Immer mehr ältere Menschen leben allein, während Angehörige wegen Beruf und Wohnort oft nicht mehr einspringen können.

„Oberösterreich ist ein Land, das Verantwortung übernimmt – für die Menschen, die heute hier leben, und für jene Generationen, die morgen hier alt werden“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Mit der „Betreuungsarchitektur 2040“ stelle man frühzeitig die Weichen, „damit die Menschen auch in Zukunft die Sicherheit haben, betreut und gepflegt zu werden“.

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Alt sein bedeutet nicht automatisch pflege-bedürftig zu sein – und Pflegebedürftigkeit heißt auch nicht, dass der Weg zwingend ins Heim führt.

Landesrat Christian Dörfel, ÖVP

Die neue Strategie setzt dabei klar auf Betreuung zu Hause statt auf zusätzliche Heimplätze. Laut einer Studie wollen rund 90 Prozent der Menschen ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen. Soziallandesrat Christian Dörfel betont: „Alt sein bedeutet nicht automatisch pflegebedürftig zu sein – und Pflegebedürftigkeit heißt auch nicht, dass der Weg zwingend ins Heim führt.“ Künftig sollen deshalb mobile Dienste ausgebaut, neue Wohnformen geschaffen und Angehörige stärker entlastet werden. Geplant sind gemeinschaftliche Modelle für 24-Stunden-Betreuung, Kurzzeitpflege nach Krankenhausaufenthalten sowie mehr digitale Unterstützung – von Telemedizin bis zu KI-gestützten Systemen.

„Ein gutes Leben im Alter braucht auch die Sicherheit, bei Bedarf auf verlässliche Betreuung und Pflege zählen zu können“, sagt Städtebund-Chef Dietmar Prammer. Neue Lösungen würden nur funktionieren, „wenn Land, Städte und Gemeinden bei Planung, Organisation und Finanzierung an einem Strang ziehen“.

 Noch heuer soll ein neuer Bedarfs- und Entwicklungsplan für Pflege und Betreuung ausgearbeitet werden.

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