Wer gedacht hat, die Causa um den Sportplatz in Bischofshofen ist vorbei, hat sich getäuscht. In einer aufsehenerregenden Pressekonferenz ging der Bischofshofen Sportklub 1933 in einem mehr als 60-minütigen Monolog von Klub-Macher Patrick Reiter auf Konfrontationskurs. Doch geht die Rechnung auch auf?
Fernab der Heimat in der Salzburger Innenstadt hatte der Bischofshofen Sportklub am Mittwoch zu einem Pressetermin geladen. „Wende im Fall BSK 1933: Gemeindebeschluss von Bischofshofen ungültig?“ lautete das Motto des Events. Schnell war klar: In der Causa um den Sportplatz hat sich der Westligist also noch nicht geschlagen gegeben.
BSK als klarer Verlierer der Abstimmung
Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr wurde dem Verein die Nutzungsvereinbarung für den Sportplatz mit 30.6.2026 gekündigt. Nachdem sich neben dem BSK auch der Skiclub mit einer Fußballsparte und Privatmann Jetmir Cadari für die Fußball-Infrastruktur beworben hatten, kam es vor rund zwei Wochen zu einer geheimen Abstimmung. Dort gingen 20 Stimmen an den Skiclub, nur drei an den BSK.
Im Zentrum des Auftritts: Patrick Reiter. Der Macher des Klubs, der den BSK im Jahr 2015 übernommen hatte, beanspruchte etwa 98 Prozent der Redezeit für sich. Während er unter anderem die Basis der Meinungsbildung der abstimmenden Gemeindevertreter hinterfragte und Zweifel an demokratischen Grundsätzen von demokratisch legitimierten Volksvertretern äußerte, wurde konkret die Kündigung der Nutzungsvereinbarung kritisiert. Laut Rechtsanwalt Robert Steinacher, dessen Kanzlei in St. Pölten beheimatet ist, komme hier das sogenannte „Sportstättenschutzgesetz“ zum Tragen, weshalb die Kündigung aus seiner Sicht nur gerichtlich hätte erfolgen können. Die Podiumsgäste nahmen dies siegessicher zur Kenntnis.
Stadtpolitik ist beruhigt
Bischofshofens Stadtamtsdirektor Andreas Simbrunner zeichnete gegenüber der „Krone“ ein gänzlich anderes Bild: „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, warum dieses Gesetz hier schlagend würde.“ So habe es sich beim Papier für die Nutzung des Sportplatzes nur um eine „Nutzungsvereinbarung“ und keinen „Mietvertrag“ gehandelt. Diese Vereinbarung sei zudem unentgeltlich gewesen, schließlich konnte der BSK die Sportanlage bislang kostenlos nutzen. Ebenfalls ein zentraler Punkt: Das Gesetz trifft nur auf Verträge zu, die seit 31. Dezember 1985 ununterbrochen gelten. 2005 und 2017 habe man mit dem BSK jeweils neue Nutzungsvereinbarungen geschlossen.
Simbrunner geht davon aus, dass man die Anlage mit 1. Juli 2026 wie geplant dem Skiclub Bischofshofen übergeben werde. Patrick Reiter und der BSK hingegen gehen weiterhin davon aus, dass sie eine bestehende Nutzungsvereinbarung haben. Auch eine Besetzung des Sportplatzes aus Protest könnte eine Option sein. Ex-Judoka schloss dies jedenfalls nicht aus. In diesem Falle bliebe der Stadtpolitik etwa die Option einer Räumungsklage. Simbrunner erklärte: „Wir werden die passenden Rechtsmittel ergreifen, dass wir dem Skiclub die Anlage zur Verfügung stellen können.“
BSK läuft die Zeit davon
Bis 15. Mai muss der BSK angeben, wo er seine Heimspiele in der kommenden Saison austrägt. Ob die ganze Causa bis dahin abgeschlossen ist, ist nahezu ausgeschlossen. Viel eher sieht es danach aus, als würden sich beide Parteien bald vor Gericht sehen.
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