Pionierrolle Tirols

Frida lernt laufen: Fast alle Kinder haben Platz

Tirol
06.05.2026 14:00

Das Recht auf einen Kinderbildungs- und Betreuungsplatz in Tirol nimmt Gestalt an: 11.600 Anmeldungen für Kinder, die im Herbst erstmalig Kinderkrippe, Kindergarten oder Hort besuchen, gingen über die Plattform Frida ein. 97 Prozent sind bereits vermittelt.

Spätestens im Herbst will die schwarz-rote Landesregierung eines ihrer zentralen Wahlversprechen eingelöst haben, nämlich den Rechtsanspruch auf einen Kinderbildungs- und Betreuungsplatz für alle Über-2-Jährigen. Wie weit ist das Projekt gediehen? Darüber gab die Landesspitze am Dienstag im Neuen Haus der Generationen in Tulfes Auskunft, das ihnen Bürgermeister Martin Wegscheider stolz präsentierte.

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Jedes Kind soll einen qualitätsvollen und möglichst wohnortnahen Betreuungsplatz erhalten, unabhängig von der Lebenssituation der Familie.

LH Anton Mattle 

97% der Anmeldungen vermittelt 
„Das Recht auf Kinderbildung und Kinderbetreuung macht große Fortschritte. Erstmals wird der EU-Zielwert zur Betreuungsquote, das sogenannte Barcelona-Ziel, in allen Altersklassen erreicht und bei den Drei- bis Fünfjährigen sogar deutlich übertroffen“, bilanzierten LH Anton Mattle, LHStv. Philip Wohlgemuth und Bildungs-LR Cornelia Hagele. Für das Kinderbetreuungsjahr 2026/27 gebe es ebenfalls eine positive Nachricht: „Bisher konnten bereits über 97 Prozent aller fristgerecht über die digitale Plattform Frida angemeldeten Kinder erfolgreich an einen Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsplatz vermittelt werden.“

BM Wegscheider, LHStv. Wohlgemuth, LR Hagele, LH Mattle im neuen Haus der Generationen in ...
BM Wegscheider, LHStv. Wohlgemuth, LR Hagele, LH Mattle im neuen Haus der Generationen in Tulfes.(Bild: Christof Birbaumer)

Erreichbarkeit binnen 15 Autominuten
Die restlichen 3% entsprechen einem Anteil von 300 Kindern, die zwar fristgerecht angemeldet werden, aber noch keinen Platz zugewiesen bekommen haben. „Statistisch gesehen betrifft dies ein Kind pro Tiroler Gemeinde. Ich bin zuversichtlich, dass es hier Lösungen geben wird. Wir haben ja ein ganztägiges Angebot, das binnen 15 Autominuten erreichbar ist, als Zielwert definiert“, sagt Hagele.

Bezüglich Elternbeiträge bekräftigte die Landesrätin, an dem Richtwert von 1,20 Euro pro Stunde Betreuung festhalten zu wollen. In einigen Gemeinden wird es somit teurer, in anderen billiger.

Zahl der Plätze massiv gestiegen
Mehr als 43.500 Kinder unter 15 Jahren werden aktuell in Kinderkrippen, Kindergärten, Horten und weiteren Betreuungsformen in Tirol betreut – ein neuer Höchstwert. Es gibt 82 Einrichtungen mehr als vor fünf Jahren. Insgesamt sind in Tirol über 6500 Fach- und Assistenzkräfte in der Kinderbildung und -betreuung tätig.

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