Die Story zu "Psychonauts" gestaltet sich ein wenig komplexer als bei den meisten Genre-Kollegen und lässt sich daher nur schwer in wenige Worte fassen. Razputin, ein ehemaliges Zirkuskind, landet in einem Ferienlager für übersinnlich Begabte und muss dabei, getrieben von dem Traum ein "Psychonaut" zu werden, jede Menge Prüfungen über sich ergehen lassen.
Die erste Prüfung verschlägt Raz in das Gehirn seines Ausbilders. Hier wird der Spieler mit den Fähigkeiten des kleinen Raz vertraut gemacht. Der Hochbegabte entpuppt sich als wahrer Artist: hangeln, springen, klettern, über Seile balancieren. Alles kein Problem. Schnell bemerkt der Spieler, dass in der Welt von "Psychonauts" vieles möglich ist. Die Grenzen von Raum und Zeit verschwimmen - ein wahnwitziger Trip durch die Psyche beginnt.
An das physische Training schließt das psychische Training bei Agent Nain ein. Der Psychotherapeut, dessen Wiener Dialekt auf eine Verwandtschaft mit Sigmund Freud schließen lässt, unterweist uns in der Kunst des geistigen Scharfschützentrainings. Im Kampf gegen Geschmacklosigkeit dienen hier abscheuliche Tiffany-Lampen als Ziel-Objekt. Rein mit der Kraft der Gedanken pulverisieren wir diese Lampen, um das Training abzuschließen.
Ausgerüstet mit diesen und anderen Fähigkeiten - wie z.B. Pyrokinese, Telekinese oder Schwebekraft -, bewegt Raz sich durch sein äußerst abwechslungsreich gestaltetes Ferienlager. Durch die sehr offen gestalteten Level gibt es hier allerlei zu erkunden und zu sammeln. Dabei wird dem Spieler mit der Zeit doch einiges an spielerischem Können abverlangt. Hat der Spieler ausreichend Symbole gesammelt, so kann er sich im Laden neue Extras kaufen oder seine psychischen Fähigkeiten ausbauen.
Grafisch präsentiert sich "Psychonauts" mit viel Liebe zum Detail, wenngleich die PS2-Version deutlich erkennen lässt, dass die besten Tage gezählt sind. Das Gameplay geht trotz der vielen Fähigkeiten von Raz leicht von der Hand. Probleme gibt es gelegentlich nur mit einer störrischen Kamera, die den Blick aufs Wesentliche verbirgt. Sehr viel Arbeit wurde hingegen in Sound und Sprachausgabe gesteckt. In den Dialogen der einzelnen Figuren verbirgt sich auch die wahre Stärke von "Psychonauts".
Fazit: "Psychonauts" muss man einfach selber gespielt haben, da sich die ganze Absurdität der Story sonst nur schwer begreifen lässt. Die Mischung aus Jump'n'Run und Adventure glänzt durch eine tolle Story und witzige Dialoge. Die großen Level landen zum Erkunden ein und dürften sowohl Anfänger als auch Profis fordern. Ein heißer Tipp für Freunde von Hüpfeinlagen und schrägem Humor.
Plattform: PS2 (getestet), PC, Xbox
Publisher: THQ
Krone.at-Wertung: 86%
von Sebastian Räuchle
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