Di, 19. Juni 2018

Flucht nach Desaster

22.07.2014 15:37

Südkorea: Gesuchter "Sewol"-Patriarch Yoo ist tot

Der nach dem schweren Fährunglück in Südkorea geflüchtete Patriarch der "Sewol"-Eignerfamilie ist tot. Die Polizei erklärte am Dienstag, dass es sich bei einer im Juni entdeckten Leiche um die sterblichen Überreste des 73-jährigen Unternehmers Yoo Byung Eun handle. Seine Identität sei durch einen DNA-Test sowie einen Fingerabdruck bestätigt worden.

Die Leiche war nach Angaben der Ermittler am 12. Juni im etwa 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Seoul gelegenen Suncheon entdeckt worden. Die Todesursache ist noch nicht klar, Medienberichten zufolge war die auf einem Feld geborgene Leiche stark verwest.

Der Polizeichef von Suncheon, Woo Hyung Ho, sagte, noch sei unklar, ob Yoo ermordet worden sei oder Selbstmord begangen habe. Neben seiner Leiche hätten mehrere leere Alkoholflaschen gelegen. Weitere Untersuchungen sollen mehr Klarheit über die Todesumstände und den Zeitpunkt des Todes bringen.

Weitere Familienmitglieder ebenfalls im Visier der Ermittler
Der Familie Yoos gehört das Untenehmen Chonghaejin Marine Co., zu dessen Flotte die "Sewol" zählte. Nach Yoo wurde seit dem Fährunglück landesweit gefahndet. Die Behörden setzten rund 360.000 Euro für Hinweise auf seinen Verbleib aus. Aber auch andere Mitglieder des Clans sind im Visier der Ermittler. Die Tochter des Patriarchen, Yoo Som Na, wurde in Paris festgenommen. Sie wehrt sich mit Unterstützung ihrer Anwälte gegen ihre Auslieferung an Südkorea. Ihr Bruder Yoo Dae Kyun wird von der Polizei gesucht. Yoos Witwe und sein Bruder wurden festgenommen.

Die "Sewol" war Mitte April mit 476 Menschen an Bord gekentert, nur 174 Insassen konnten gerettet werden. Die meisten Opfer waren Schüler auf einem Ausflug. Der Großteil der Crew rettete sich rechtzeitig, ihnen wird deshalb unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Offensichtlich führte eine Kombination aus Inkompetenz, Missachtung der Sicherheitsregeln und mangelnder Kontrolle zu der Katastrophe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.