Die Schließung eines Asyl-Quartiers fordert der Gemeinderat von Michelhausen in Niederösterreich. Auch zwei Freiheitliche Gemeinderäte unterstützen das. Der zuständige FPÖ-Landesrat Martin Antauer stellt dazu Bedingungen...
Die Unterkunft wurde im Zuge der Flüchtlingsbewegung 2015 vom Land unter dem damaligen Landesrat Maurice Androsch (SPÖ) einem privaten Betreiber eingerichtet – mit der klaren Zusage, dass es sich um eine temporäre Lösung handelt.
Michelhausen im Bezirk war in diese Entscheidung nicht eingebunden. Bürgermeister Bernhard Heinl: „Gemeinde und Bevölkerung haben seither große Solidarität bewiesen und vielfältig unterstützt – etwa durch Deutschkurse, Hilfe bei Behördenwegen und Integrationsmaßnahmen.“
Unterbringungszahlen sinken rapide
Zehn Jahre später hat sich die Lage aber grundlegend geändert: Die Zahl der Asylwerber ist bundesweit und in NÖ deutlich gesunken. 2016 mussten in NÖ mehr als 12.300 Personen untergebracht werden, zuletzt nur noch etwa 820. „Zahlreiche Quartiere wurden bereits geschlossen. Unseres trotz des Versprechens nicht“, so Heinl.
Vor diesem Hintergrund hat die Gemeinde schon vor mehr als einem Jahr beim damals zuständigen Landesrat Christoph Luisser (FPÖ) und beim jetzigen Landesrat Martin Antauer (FPÖ) die Schließung gefordert. Dort hat man aber stets abgelehnt und auf den Bund verwiesen.
Auch FPÖ-Gemeinderäte unterstützen Resolution
Doch im Ort herrscht Klarheit: Im Oktober 2025 wurde die Forderung mit einer einstimmigen Resolution des Gemeinderates untermauert – auch mit Stimmen der beiden FPÖ-Gemeinderäte. Die Antwort war doppelt irritierend. Zum einen, weil sie wieder ablehnend war. Zum anderen, weil sie nicht vom Landesrat, sondern von seinem Mitarbeiter kam. „Das zeigt offenbar, welchen Stellenwert unser Anliegen hat“, so Heinl.
Aus dem Büro des zuständigen Landesrates Martin Antauer heißt es dazu: „Wir sind dazu verpflichtet, ausreichende Kapazitäten vorzuhalten. Krisen gibt es ja immer wieder. Selbstverständlich wird laufend geprüft, ob Unterkünfte aufgelassen werden können. Wenn die Unterkunft in Michelhausen tatsächlich dauerhaft unbesetzt ist, sind wir selbstverständlich zu einer Schließung bereit. Sofern es im Gegenzug vom ÖVP-Innenminister die klare rechtsverbindliche Zusicherung gibt, die Grenzen nicht weiterhin unkontrolliert für illegale Migranten geöffnet zu lassen.“ Was wiederum die ÖVP ob der rückläufigen Zahlen so nicht stehen lassen will...
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