Von der seltenen Gelbbauchunke bis zur Riesenquelljungfer: In Graz leben mehr tierische Raritäten, als viele vermuten – und ein besonderer Hotspot dafür liegt im Nordwesten der Stadt. Der ehemalige Vincke-Steinbruch am Karolinenweg in Eggenberg soll nun als Naherholungsgebiet mit Fokus auf Artenvielfalt neu belebt werden.
Ein erstes Nutzungskonzept liegt bereits seit 2021 vor, doch aus budgetären Gründen ruhte das Projekt zuletzt. Jetzt kommt neue Dynamik ins Vorhaben: Studierende der Universität Graz erarbeiten im Rahmen eines Seminars am Institut für Biologie ein detailliertes Maßnahmenpaket – in enger Kooperation mit der Stadt Graz. Geleitet wird das Projekt von dem Biologen Werner Holzinger.
„Unser Ziel ist es, die Artenvielfalt mitten in der Stadt sichtbar und erlebbar zu machen“, sagt Holzinger. „Viele Menschen wissen gar nicht, was hier direkt vor ihrer Haustür alles lebt.“ Geplant ist unter anderem ein Eingangsbereich mit Infotafeln, der vor allem Schulklassen einen einfachen Zugang zum Thema ermöglichen soll. „Man soll sich hier vor Ort schlau machen können – draußen, nicht nur aus dem Buch“, so der Fachmann. Auch ein Wegenetz ist angedacht, das Besucher durch das Gebiet führt, ohne sensible Lebensräume zu beeinträchtigen.
Dass sich ein genauer Blick lohnt, zeigt ein Streifzug durch die Tierwelt des Areals: Neben der seltenen und streng geschützten Gelbbauchunke finden sich hier auch unter anderem die Gottesanbeterin sowie Reh, Uhu und Dachs. Besonders bemerkenswert ist das Vorkommen der Riesenquelljungfer – der größten Libelle Europas.
Zwei Gämsen-Populationen am Plabutsch
Und auch größere Wildtiere sind keine Seltenheit: Gämsen haben das Gebiet für sich entdeckt, immer wieder ziehen zudem Wildschweine durch das Areal. „Das zeigt, welches Potenzial in solchen Flächen steckt – selbst in einer Großstadt wie Graz“, betont Holzinger.
Umsetzung noch offen
Durch die Zusammanarbeit ergibt sich ein doppelter Nutzen: Die Abteilung Grünraum erhält neue Daten und konkrete Vorschläge für die weitere Planung, während die Studierenden wertvolle Praxiserfahrung sammeln. Noch ist offen, wann das Projekt umgesetzt wird – die Finanzierung bleibt entscheidend.
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