Die Südbahn soll zwischen Werndorf und Spielfeld-Straß zweigleisig ausgebaut werden. Besonders große Baumaßnahmen sind in Wildon geplant. Hier haben viele Bewohner auf eine Unterflurtrasse gepocht – dem erteilen die ÖBB nun eine Absage.
Auch wenn die Realisierung des zweigleisigen Ausbaus von den ÖBB im Vorjahr zeitlich um drei Jahre nach hinten verschoben wurde, laufen die Vorarbeiten weiter. In Wildon sollen wegen des zweiten Gleises zwei Bahnübergänge aufgelassen werden. Im Ortsteil Neudorf ist eine Überführung über die B67 geplant, im Ortszentrum soll (neben einer weiteren Überführung) auch eine neue Murbrücke südlich des Bahnhofs entstehen.
Das Thema polarisiert und dominierte auch den Gemeinderatswahlkampf im Vorjahr. Die ÖBB haben ein Projektbüro als Anlaufstelle für die Bevölkerung eingerichtet, am Mittwoch fand dann ein Informationsabend statt. Dabei wurden Untersuchungsergebnisse vorgestellt.
Bahnstrecke wäre drei Jahre lang gesperrt
Geprüft wurde auf Bitte der Gemeinde, ob eine Unterflurtrasse samt unterirdischem Bahnhof umsetzbar ist. Die Ergebnisse würden klar dagegen sprechen: „Einer der Hauptgründe dafür ist die Kainach. Der Fluss müsste unterirdisch gequert werden, was mit der Vorgabe der Mindestneigung der Bahnstrecke nicht realisierbar ist. Darüber hinaus müsste die transeuropäische Bahnstrecke für mindestens drei Jahre gänzlich gesperrt werden. Weitere Faktoren wie Gefahren durch Hochwasser, Flächenverbrauch und Emissionen sprechen ebenfalls für einen oberirdischen Ausbau, wie entlang der restlichen Strecke“, heißt es von den Bundesbahnen.
„Wildon ist enttäuscht“
„Wildon ist enttäuscht, auch ich bin enttäuscht“, sagt ÖVP-Bürgermeister Christoph Grassmugg. Dass bereits beim ersten Treffen eine klare Absage für die Unterflurtrasse kommt, „damit hat niemand gerechnet“. Andererseits herrsche nun Klarheit, denn das gemeinsame Projekt von ÖBB, Land, Gemeinde und Bürgern, bei dem die beste Lösung gefunden werden soll, läuft in Summe zwei Jahre. Ende 2027 sollen dann die Unterlagen für die Umweltverträglichkeitserklärung eingereicht werden.
Grassmugg setzt weiter auf Dialog: „Nur das führt zum Erfolg. Jetzt sollen alle an einem Strang ziehen, die Emotionen müssen raus. Ich glaube, es gibt Gestaltungsspielraum, die Chance für Wildon lebt.“
Ähnlich äußert sich NEOS-Gemeinderat Andreas Friessnegg-Fahrngruber: „Die Entscheidung der ÖBB ist zur Kenntnis zu nehmen, aber sie darf nicht dazu führen, dass Wildon die Segel streicht. Im Gegenteil: Gerade jetzt braucht es den gemeinsamen Willen, im bestehenden Rahmen die bestmögliche Lösung für Wildon zu erarbeiten.”
Tunnel in Ehrenhausen geplant
Laut ÖBB finden derzeit Planungen und Erhebungen für die Umweltverträglichkeitsprüfung statt. Diese ist die Basis für weitere Planungen und Genehmigungen des zweigleisigen Ausbaus. Die bauliche Umsetzung soll dann zwischen 2030 und 2039 erfolgen. Durch das Auflassen vieler Eisenbahnkreuzungen sind künftig Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 160 km/h möglich.
Ausgebaut werden auch die Bahnhöfe Ehrenhausen und Spielfeld-Straß. In Ehrenhausen soll im Zuge der Arbeiten übrigens die Bundesstraße verlegt werden, ein 300 Meter langer Tunnel wird zur ersehnten Ortsumfahrung.
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