Rasanter Spaß

“GRID Autosport”: Das neue Rennspiel-Epos im Test

Spiele
09.07.2014 15:41
Gerade mal rund ein Jahr ist es her, dass die Rennspiel-Spezialisten von Codemasters mit "GRID 2" eine recht gelungene, von der Community aber nicht durchgehend für gut befundene Neuauflage des Rennspiel-Klassikers "GRID" veröffentlicht haben. Jetzt folgt mit "GRID Autosport" der nächste Teil – und der lässt die Serie wieder näher an ihre Wurzeln rücken. Wie sich das im Vergleich zum Vorgänger spielt, hat krone.at getestet.

Das vor einem Jahr erschienene "GRID 2" war ja an und für sich kein schlechtes Spiel, die aufgesetzte Story um einen jungen Rennfahrer mit reichem Mäzen im Hintergrund und die im Vergleich zum ersten Teil Arcade-lastigere Fahrphysik haben Serienfans allerdings nicht restlos gefallen. Ein Jahr später gibt es mit "GRID Autosport" nun den nächsten Teil, der sich auf das Wesentliche besinnt.

Viele verschiedene Renn-Herausforderungen
Das bemerkt man sofort nach Spielstart. Auf eine Story hat Codemasters verzichtet, stattdessen schlüpft man wie im ersten Serienteil in die Haut eines unbekannten Rennfahrers und versucht, sich an die Spitze der Ranglisten zu arbeiten. Gefahren werden Tourenwagen-Rennen, Langstrecken-Rennen à la Le Mans und rasante Open-Wheel-Events mit pfeilschnellen Formel-Rennwagen.

Die Art der zu fahrenden Herausforderungen variiert – mal sind es einige wenige Runden auf einfachen Pisten, mal ziehen sich die Rennen lang dahin und werden im Spielverlauf durch nachlassenden Grip immer schwieriger.

Drift-Rennen, Zeitfahren und hektische Straßenrennen in städtischen Gebieten sind ebenfalls spielbar, zur Entspannung steht ein Destruction-Derby-Modus bereit. Die Präzise Steuerung sorgt dafür, dass man selten den Boden unter den Rädern verliert – außer, man sitzt in einem der bärenstarken, aber eher bockigen Formel-Boliden.

Tolles Fahrverhalten mit viel High-Speed-Feeling
Apropos bockig: Das Fahrverhalten ist in "GRID Autosport" wieder eine Spur realistischer als im Vorgänger, lässt aber nach wie vor einen gewissen Arcade-Einschlag erkennen. Simulations-Fans wird das freuen, Arcade-Freunde können das Fahrverhalten mit vielen verschiedenen zuschaltbaren Fahrhilfen auf Wunsch vereinfachen.

Wir fanden das Fahrverhalten in seiner aktuellen Form im Test sehr angenehm. Es vermittelt gut die Geschwindigkeiten, mit denen man unterwegs ist, ohne dabei übermäßig komplex zu wirken. Dem Realismus zuträglich ist auch eine weitere Neuerung: Die von Fans im Vorgänger schmerzlich vermisste Cockpit-Ansicht ist in "GRID Autosport" wieder mit von der Partie.

Über 100 verschiedene Strecken
Die Strecken- und Fahrzeugauswahl in "GRID Autosport" kann sich sehen lassen. Über 100 verschiedene Strecken an 22 abwechslungsreichen Schauplätzen auf der ganzen Welt können befahren werden.

Die Auswahl bei den Rennwagen ist ebenfalls beachtlich. Der Spieler darf die verschiedensten Wagenklassen – vom Retro-Sportwagen über Derby-Flitzer bis hin zum brandneuen Formel-Boliden – inklusive grundverschiedenem Fahrverhalten lenken und sein Vehikel durch ein umfangreiches Einstellungsmenü auch in zahlreichen Facetten an die eigenen Bedürfnisse anpassen und tunen. Alleine das Anpassen des eigenen Wagens dürfte Rennsport-Fans im Extremfall für Stunden beschäftigen.

Aggressive KI, ansehnliche Optik
Die Computergegner bieten eine herausfordernde künstliche Intelligenz, die erfreulicherweise nicht fehlerlos agiert. Unfälle zwischen Computergegnern kommen vor – insbesondere, wenn die KI mit besonders waghalsigen Überholmanövern aufwartet. Hie und da kamen uns die Computergegner im Spiel aber fast ein bisschen zu aggressiv vor. Zum Glück gibt es die bereits aus den Vorgängern bekannte Rückspul-Funktion, mit der spektakuläre Crashs ein paar Mal pro Rennen rückgängig gemacht werden können.

Optisch hinterlässt "GRID Autosport" in der PC-Version einen sehr guten, aber nicht überragenden Eindruck. Im Vergleich zum ebenfalls sehr ansehnlichen "GRID 2" ist die Optik des neuen Teils kein allzu großer Sprung, die realistischen Fahrzeugmodelle, die detaillierten Strecken und die hübschen Lichteffekte wussten im Test aber gut zu gefallen. Kleines Manko: Am Rande der Strecke hätten wir uns einen höheren Detailgrad gewünscht – etwa bei den Zusehern, Wäldern, Steinen und allem anderen, was am Streckenrand zu sehen ist.

Unaufdringlicher Soundtrack, spaßiger Multiplayer
Als gelungen kann der Sound bezeichnet werden. Die Motor- und Umgebungsgeräusche hat Codemasters wieder sehr gut getroffen, was der Rennatmosphäre gut zu Gesicht steht. Der Soundtrack selbst hält sich dezent im Hintergrund, was angesichts des authentischen Boxenfunks und der röhrenden Motoren, die für tolle Renn-Atmosphäre sorgen, aber gut ins Gesamtpaket passt.

Einen umfangreichen Mehrspielermodus bietet "GRID Autosport" ebenfalls. Gefahren kann so ziemlich alles werden, was auch im Einzelspielermodus zur Auswahl steht. Als besonders unterhaltsam erwiesen sich im Mehrspieler-Test aber die Destruction-Derby-Bewerbe, bei denen man schlicht und einfach andere Autos zu Schrott rammt und sich am Leid seiner Mitspieler erfreut.

Fazit: Gerade Fans der "GRID"-Serie dürfte die Rückkehr zu den Ursprüngen der Saga, welche Codemasters mit "GRID Autosport" vollführt hat, erfreuen. Durch den enormen Umfang mit den verschiedenen Rennklassen und Bewerben bietet das Game wie schon die Vorgänger Herausforderungen für viele Wochen, der spaßige Mehrspielermodus dürfte sogar über Monate motivieren. Kleine Schwächen wie die nicht immer optimale Optik und die teils recht aggressive künstliche Intelligenz sind angesichts des gelungenen und umfangreichen Gesamtpakets verschmerzbar, finden wir.

Plattform: PC (getestet), PS3, Xbox 360
Publisher: Namco Bandai
krone.at-Wertung: 8/10

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