Nach zwölf Jahren

Windkraftprojekt in Ebreichsdorf im Endspurt

Niederösterreich
18.04.2026 18:30

Die Endphase für ein Windkraftprojekt in Ebreichsdorf ist erreicht. Der Bürgermeister regt an: „Künftig sollen Verfahren schneller laufen.“

Vor kurzem ragten noch Erdhügel in die Höhe, jetzt stehen die ersten Anlagen in Ebreichsdorf. Wien-Energie baut insgesamt zehn Anlagen zwischen Unterwaltersdorf und Seibersdorf. Doch bis zum Spatenstich verging viel Zeit. Vor zwölf Jahren stimmten in der Gemeinde 57 Prozent für die Errichtung der Windräder. Heute, wie auch damals, weht noch immer heftiger Gegenwind. „Es gab so viele Einsprüche von unterschiedlichsten Gruppierungen, dass mit der Errichtung des Windparks erst zehn Jahre später begonnen werden konnte“, sagt Bürgermeister Wolfgang Kocevar (SPÖ). Knapp zwei Jahre lang ermittelte zudem die Staatsanwaltschaft gegen Kocevar wegen Korruptionsvorwürfen in Verbindung mit dem Windrädern – die Untersuchung wurde schließlich eingestellt. Zuletzt stimmte die Gemeinde-FPÖ gegen das Energieprojekt.

20.000 Haushalte bekommen Strom
Ein langer Weg bis zum Projektabschluss, der sich aber gelohnt hat. Laut Wien-Energie sollen die zehn Anlagen eine jährliche Stromproduktion von 76.000 Megawattstunden erreichen – womit man umgerechnet 20.000 Haushalte versorgen kann. Ebreichsdorf mit knapp 12.000 Einwohner könnte damit also fast zweimal versorgt werden.

Laut Kocevar solle künftig vor allem die lange Dauer der Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen verkürzt werden, da diese selbst ohne Widerstand oft Jahre dauert. Windräder seien keine Bedrohung, sondern „enorm wichtig für die Energiewende“ und insbesondere für die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, wie die aktuellen Spitzenpreise zeigen.

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