Gemeinde-Finanzen

Sparpaket an Grazer Schulen sorgt für Entsetzen

Steiermark
16.04.2026 21:00

Der Grazer Finanzstadtrat hat Investitionen in mehrere städtische Brennpunktschulen vertagt. Das sorgt bei Politik und Lehrervertretungen für Aufregung. Betroffene Direktoren wenden sich jetzt an die Öffentlichkeit.

Graz muss sparen. Aufgrund der dramatischen Finanzlage hat Stadtrat Manfred Eber (KPÖ) nun einen durchaus drastischen Schritt verkündet: 113 Millionen Euro, die für Investitionen in Schulgebäuden vorgesehen waren, werden aufgeschoben. Betroffen sind Bauvorhaben bei der Mittelschule Dr. Renner mit 33,3 Millionen Euro, bei der MS Straßgang mit 32,2 Millionen Euro, bei der Volksschule Algersdorf mit 6,5 Millionen Euro sowie bei der VS Bertha von Suttner und der angrenzenden Mittelschule Albert Schweitzer mit 41,2 Millionen Euro.

Brisant: Fast alle diese Schulen finden sich auf der Liste der Brennpunktschulen, die vom Bildungsministerium mehr Geld für Lehrpersonal bekommen sollen. In den Schulen und in der steirischen Bildungsdirektion herrscht ob der Neuigkeiten Aufruhr. Am Freitag um zehn Uhr treten die fünf Direktoren der betroffenen Schulen gemeinsam vor die Presse, um ihren Unmut kundzutun.

Pädagogen unterrichten vielfach in sanierungsbedürftigen Gebäuden, in überfüllten Klassenräumen, ohne ausreichende Gruppen- oder Ruheräume. Im Grazer Pflichtschulbereich entsteht faktisch ein Zwei-Klassen-System.

Bernhard Weninger

Landesvorsitzender SLÖ

Kritik an dem Investitionsstopp kam vom SPÖ-Lehrerverein SLÖ. „Pädagogen unterrichten vielfach in sanierungsbedürftigen Gebäuden, in überfüllten Klassenräumen, ohne ausreichende Gruppen- oder Ruheräume“, sagt Landesvorsitzender Bernhard Weninger. So entstehe „im Grazer Pflichtschulbereich faktisch ein Zwei-Klassen-System“.

Ähnlich sieht das SPÖ-Graz-Chefin Doris Kampus, die Teil der Rathauskoalition ist und so gegen die KPÖ schießt: „Wir als SPÖ waren und sind Teil der Verantwortung in dieser Stadt, aber dieser Investitionsstopp ist kein gemeinsam getragener Schritt, sondern ein Alleingang der KPÖ.“ Sie könne die Prioritätensetzung „nicht nachvollziehen“, das letzte Wort sei „noch nicht gesprochen“.

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