









Die größte Notschlafstelle der Steiermark wurde in den vergangenen zwölf Monaten kernsaniert. Nächste Woche können über 100 Bewohner in das renovierte Vinzinest zurückkehren. Vorab haben wir einen Blick ins Innere erhascht.
In der Maria-Stromberger-Gasse herrscht Hochbetrieb. Bagger werkeln im Hof, Arbeiter tragen Betten in das Haus, und im oberen Stock werden Spinde geschrubbt. Was aktuell noch mehr nach Baustelle ausschaut, soll ab nächster Woche zum neuen, alten Quartier von obdachlosen Grazern und Grazerinnen werden. Bis dahin soll die Kernsanierung der größten steirischen Notschlafstelle abgeschlossen sein.
„Uns wird nicht fad“, schmunzelt Ingo Sommer, der mit Matratze in der Hand im Untergeschoss steht. Sommer übernahm mit 1. April die Leitung des Vinzinests und wurde kurzerhand zum „Baumeister“. Das brachte auch Herausforderungen mit sich: „Das Haus hatte einige Überraschungen für uns parat“, sagt Nicola Baloch, Geschäftsführerin der Vinziwerke. Unter anderem mussten eine tragende Wand und das Dach komplett erneuert werden.










Ohne freiwillige Arbeit und Spenden wäre der Umbau nicht stemmbar gewesen. Auch steirische Firmen leisteten ihren Beitrag – von Parkettböden aus dem Stift Admont bis zu ausrangierten Spinden von Magna. Der Autozulieferer entsandte auch helfende Hände: „Als die Anfrage kam, haben wir sofort zugesagt. In den letzten beiden Tagen waren wir mit Lkws im Einsatz, auch ein Installateur und ein Elektriker haben mitgeholfen“, erzählt Dieter Dóczy von Magna.
Eine würdevolle Unterbringung
In dem nach frischer Farbe riechenden Gebäude werden künftig 88 Männer und 20 Frauen, die einstweilen in ein Zwischenquartier in Graz-Liebenau umziehen mussten, Unterschlupf finden. Jedes Bett wurde mit Steckdose und Licht ausgestattet, eine Belüftungsanlage installiert, Klos und Bäder barrierefrei gemacht, der Frauenbereich erweitert, die Küche modernisiert, Aufenthaltsplätze geschaffen, ... Auch der aktuell noch etwas trostlose Innenhof wird entsiegelt und begrünt.
Hier ist ein Ort entstanden, an dem Menschenwürde an erster Stelle steht. Das war auch Pfarrer Pucher immer wichtig.
Nicola Baloch, Vinziwerke-Geschäftsführerin
„Hier ist ein Ort entstanden, der der Menschenwürde entspricht. Das war auch Pfarrer Pucher immer wichtig“, sagt Baloch. Und Sommer sprudelt nur so vor Ideen, was er noch alles in seiner neuen Funktion umsetzen will – unter anderem plant er gemeinsame Fußball-WM-Abende. Er betont aber: „Wir sind kein Billighotel für Menschen, die in Österreich Urlaub machen. Jeder versucht, sich hier ein Leben aufzubauen und Arbeit zu finden.“
Einige kleinere Baustellen müssen aber vorerst noch vertagt werden – etwa die Starterwohnungen im Dachgeschoss. Denn die Kosten für das Fast-3-Millionen-Euro-Projekt sind noch nicht gedeckt. „Wir sind weiterhin auf Spenden angewiesen und freuen uns über jeden Beitrag“, sagt Baloch.
Spendenkonto lautend auf „VinziWerke Österreich“:
AT21 2081 5000 4587 8915
https://www.vinzi.at/investinsnest
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