Geplanter Start 2031

Auftrag für A9-Ausbau: Kritik am „Beton-Minister“

Steiermark
14.04.2026 12:37

Jetzt ist der offizielle Auftrag da: Die Pyhrnautobahn soll zwischen Graz-West und Wildon auf drei Spuren ausgebaut werden. Das löst bei Pendlern und in der Landespolitik Freude aus, Umweltschützer kritisieren hingegen „Beton-Minister“ Peter Hanke.

Die einen atmen auf, die anderen schlagen die Hände über den Kopf zusammen: Es ist offiziell, dass die A9 zwischen dem Knoten Graz-West und Wildon eine dritte Spur in jede Fahrtrichtung erhalten soll. Das Verkehrsministerium hat nach jahrelanger Diskussion (und einem Projektstopp durch die frühere grüne Verkehrsministerin Leonore Gewessler) die Asfinag mit dem Bau beauftragt. Statt häufig „Stau“ soll dann „freie Fahrt“ gelten. Für 2031 ist der Baustart vorgesehen, fertig soll das Projekt spätestens Anfang 2034 sein.

Auch in der großen „Krone“-Leserbefragung, an der 6380 Personen teilgenommen haben, sprachen sich zwei Drittel für den Ausbau aus. Selbst unter den Bewohnern von Graz liegt die Zustimmung bei 60 Prozent. 

Walter Semlitsch, Obmann der steirsichen Pendlerinitiative
Walter Semlitsch, Obmann der steirsichen Pendlerinitiative(Bild: Christian Jauschowetz)

„Mir fällt ein Stein vom Herzen“
Große Erleichterung über die Entscheidung des Ministeriums herrscht bei Walter Semlitsch, Obmann der steirischen Pendlerinitiative: „Mir fällt ein Stein vom Herzen, diese Entlastung ist dringend notwendig! Ein großes ,Danke‘ an alle Entscheidungsträger, die das ermöglichen. Für alle, die auf das Auto angewiesen sind, um in die Arbeit zu kommen und nicht auf die Öffis zugreifen können, ist das ein massiver Schritt.“ Im betroffenen Autobahnabschnitt sind ja fast 80.000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs, viele Betriebe siedelten sich hier entlang der A9 an. 

Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) begrüßt das Vorhaben ebenso: „Dass nun endlich grünes Licht gegeben und der Auftrag zum Ausbau erteilt wurde, ist ein starkes Signal für zahlreiche Pendlerinnen und Pendler, für unsere Wirtschaft und für die gesamte Region. Das ist ein wichtiger Schritt für das Zukunftsland Steiermark.“

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Für alle, die auf das Auto angewiesen sind, um in die Arbeit zu kommen und nicht auf die Öffis zugreifen können, ist das ein massiver Schritt.

Walter Semlitsch, Obmann der Pendlerinitiative

„Gefährlicher Kampf gegen unsere Generation“
Starker Gegenwind kommt erwartungsgemäß von Fridays for Future: „Als junge Menschen brauchen wir zukunftsgerechte Investitionen statt veraltete Verkehrskonzepte aus dem letzten Jahrhundert. Beton-Minister Hanke führt einen gefährlichen Kampf gegen unsere Generation, dem wir uns wir uns entschieden entgegenstellen, ob in der Lobau oder in der Steiermark”, so Pia Faist von Fridays for Future. Die Klimabewegung will gemeinsam mit der Plattform 1,5 Graz dagegen mobilisieren.

Kritisch äußert sich auch Klimaökonom Karl Steininger vom Grazer Wegener Center: „Wenn wir weiter auf einen Ausbau der Straßenmobilität setzen, können wir die Stauproblematik, die uns dann an der Einfahrt nach Graz einholt, nicht in den Griff bekommen“, sagt er zum ORF. Wichtiger wäre es, den Güter- und Personenverkehr noch stärker auf die Schiene zu verlagern.

Baukosten betragen 130 Millionen Euro
Noch ist es aber ohnehin noch ein relativ weiter Weg, bis die Bagger auffahren. Laut Asfinag wird aktuell das straßenbauliche Projekt fertiggestellt, im Frühsommer starten die Gespräche mit den mehr als 100 Grundstückseigentümern. Geklärt werden muss auch die Frage, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig ist – die Asfinag geht aufgrund einer Höchstgerichtsentscheidung bei einem ähnlichen Projekt in Niederösterreich nicht davon aus.

Die Baukosten werden auf 130 Millionen Euro geschätzt. So müssen ja sämtliche Anschlussstellen und Überkopfwegweiser entlang der Strecke umgebaut werden. Auch die Grundstückseinlösen fallen ins Gewicht.

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