Nun steht der Wiener Obdachlosenkiller (19) in Steyr (OÖ) vor Gericht, weil er seinen Zellengenossen in Garsten schwer verletzt haben soll. Dieser hatte als 22-Jähriger seine Freundin mit 200 Stichen getötet und zerstückelt. Auch der nächste Zellengenosse, der wegen Raubmords an einer 20-Jährigen sitzt, wurde Opfer.
Die Justizanstalt Garsten ist eines von zwei forensisch-therapeutischen Zentren in Oberösterreich. Dort sitzen jene ein, die man früher als geistig abnorme Rechtsbrecher bezeichnete – also Täter, die bei der Tatbegehung zurechnungsfähig, aber psychisch krank waren. Hinter ihren hohen Mauern und dicken Gittern sitzen einige der gefährlichsten und brutalsten Straftäter der ganzen Republik, die teils aufgrund ihrer abscheulichen und abstoßenden Taten in die Kriminalgeschichte eingegangen sind.
„Lust zu töten“
So auch jener junge Wiener, der als Messerstecher-Phantom monatelang die Obdachlosenszene der Bundeshauptstadt in Angst und Schrecken versetzt hatte, und sich schließlich als erst 16-jähriger drogensüchtiger Bub entpuppte. Als Motiv nannte er „unbändige Lust zu töten“ und beschrieb im Prozess, wie er nachts, an einsamen Orten in seiner Heimatstadt Wien, bewaffnet mit einem Stiletto-Messer „nach einfachen Opfern“ suchte.
13 Jahre plus Einweisung
Er hat das Leben zweier Männer auf dem Gewissen, sein drittes Opfer – eine Frau – überlebte knapp. Das Urteil: 13 Jahre Haft nach dem Jugendstrafgesetz, verbunden mit Einweisung. „Seine Vorstrafe wegen Mordes ist einschlägig. Er sitzt seit Februar 2025 in Garsten“, weiß Christina Forstner, Vizepräsidentin und Sprecherin am Landesgericht Steyr. Dort muss er sich nämlich am Dienstag, 13. April, wegen teils schwerer Körperverletzung an zwei Zellengenossen verantworten.
Kein Unschuldslamm
Das Prügelopfer ist beileibe kein Unschuldslamm: Der heute 38-Jährige wurde 2010 verurteilt, weil er damals im Alter von 22 Jahren seine Freundin (21) mit über 200 Stichen im Bett auf brutalste Weise getötet, anschließend ihre Leiche zerstückelt und im Müll entsorgt hatte. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, und zusätzlich eingewiesen.
Das erste Opfer erlitt durch Faustschläge ins Gesicht einen offenen Nasenbeinbruch. Das zweite Opfer kam mit Prellungen und Hämatomen davon.
Christina Forstner, Vizepräsidentin und Sprecherin am Landesgericht Steyr
Frauenmörder verprügelt
Der Frauenmörder – ein Salzburger, der in Wien gewohnt hatte – teilte sich in Garsten eine Zelle mit dem Obdachlosenkiller. Warum es am 14. Dezember des Vorjahres zwischen den beiden verurteilten Schwerstverbrechern zur Eskalation gekommen war? „Er hat mich gefragt, ob ich mit ihm Tabletten tausche, da habe ich ihn geschlagen“, so die lapidare Antwort des verurteilten Doppelmörders. 30- bis 40-mal habe der nun 19-Jährige auf den Hinterkopf seines Zellengenossen eingeprügelt, bis schließlich der Dritte Zelleninsasse dazwischenging.
Nasenbeinbruch für Mordanstifter
Auch seinem vorherigen Zellengenossen hatte er kurz zuvor, am 26. November 2025, einen offenen Nasenbeinbruch zugefügt. Auch dessen Weste ist nicht weiß, sondern blutrot: Er wurde zu zwölf Jahren plus Einweisung verurteilt, weil er 2018 mit gerade 18 Jahren einen 17-Jährigen angestiftet hatte, eine 20-Jährige in Zell am See zu erschießen. Bei der Einvernahme zur Attacke auf den heute 25-Jährigen meinte der 19-jährige Angeklagte: „Es ist mir damals nicht gut gegangen, aber ich habe ohne Grund auf ihn eingeschlagen.“
Haftdauer wird wohl steigen
Die beiden Angriffe hinter Gitter werden die Haftdauer des mittlerweile 19-jährigen Obdachlosenkillers noch steigern: „Im Fall einer Verurteilung wird er im Anschluss an die Strafe, die er aktuell absitzt, weitere sechs Monate bis fünf Jahre absitzen müssen“, so Forstner. Ob er aber überhaupt jemals freikommt, ist aufgrund seiner strafrechtlichen Unterbringung (Einweisung) ohnehin unklar.
Die Kommentarfunktion wurde deaktiviert.