Steirische Kooperation

Urologische Eingriffe: Wartezeit geht zurück

Steiermark
13.04.2026 14:04

Eine Kooperation zwischen dem LKH Graz und dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz verbessert die urologische Versorgung in der Steiermark. Jährlich können dadurch rund tausend Patienten mehr behandelt werden. Die Wartezeit bei urologischen Eingriffen konnte so drastisch gesenkt werden.

Das steirische Gesundheitswesen machte in letzter Zeit vor allem negative Schlagzeilen: Der Plan B für das abgesagte Leitspital im Bezirk Liezen lässt nach wie vor die Wogen hochgehen. Die am Montag vorgestellte Kooperation zwischen dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz und dem Uniklinikum Graz sorgt nun aber für positive Nachrichten.

Seit Sommer 2025 arbeiten die beiden Spitalsträger im Fachbereich Urologie zusammen, um die Wartezeit bei urologischen Eingriffen zu verkürzen. Eine erste Bilanz stimmt überaus optimistisch: „Vor dem Beginn der Kooperation lag die Wartezeit auf eine gutartige Prostataoperation bei neun bis zwölf Monaten. Mittlerweile liegt sie bei viereinhalb Monaten“, sagt Dr. Sascha Ahyai, Vorstand der Universitätsklinik für Urologie am LKH Graz und „inhaltlicher Architekt“ der Kollaboration.

Jedes Jahr 1000 Patienten mehr
Entstanden ist die Zusammenarbeit mit der Hilfe von Gesundheitslanderat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP): „Es gibt einen Spitalsträger (Anm. Kages), der hat die fachliche Kompetenz und das ärztliche Personal. Der andere (Anm. Barmherzige Brüder) hat OP-Kapazitäten und Wissen im pflegerischen Bereich. Wir haben uns dann zusammengesetzt und so ist die Idee für die trägerübergreifende Kooperation entstanden.“

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Wir können tausend Patienten im Jahr mehr operieren. Wenn wir diese Kooperation nicht gemacht hätten, wäre das nicht möglich.

Ulf Drabek, Kages-Vorstand

Die ersten Resultate können sich sehen lassen: Operiert wird von Montag bis Freitag. Drei bis fünf Eingriffe täglich schaffen die Ärzte. Daraus ergeben sich zwischen 50 und 100 Operationen monatlich. „Wir können dadurch pro Jahr rund tausend Patienten mehr operieren“, resümiert Kages-Vorstand Ulf Drabek.

Urologie: Ein schnell wachsender Bereich
Bereits diese ersten Zahlen unterstreichen die Wichtigkeit der Zusammenarbeit. Vorerst wurde der Vertrag für drei Jahre abgeschlossen, der Bedarf an urologischen Untersuchungen und Eingriffen wird aber auch danach nicht geringer werden. Im Gegenteil: „Die Lebenserwartung wird höher, Patienten werden älter. Deswegen wächst die Urologie wie kein anderes Fach und deswegen sind Investitionen in diesem Bereich so wichtig,“ erklärt Ahyai.

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Vor dem Beginn der Kooperation lag die Wartezeit auf eine gutartige Prostataoperation bei neun bis zwölf Monaten. Inzwischen liegt sie bei viereinhalb Monaten.

Dr. Sascha Ahyai, Vorstand der Universitätklinik für Urologie am LKH Graz

Das bestätigt auch Gerhard Stark, Vorstandsvorsitzender der Kages: „Wir operierten im Jahr 2025 deutlich mehr, als wir noch 2019 operiert haben. Durch die Zusammenarbeit können wir jetzt durchaus angemessen auf den steigenden Bedarf im Fach Urologie reagieren.“

Bundesländerübergreifende Kooperation

Im Fachbereich Urologie gibt es eine bundesländerübergreifende Kooperation mit Kärnten: Urologen des LKH Graz helfen regelmäßig im Krankenhaus in Klagenfurt aus. Der Notstand bei der urologischen Versorgung im Nachbarbundesland ist fast noch größer als in der Steiermark. Hierzulande gibt es zwei urologische Stationen (Leoben und Graz), während es in Kärnten nur eine (Klagenfurt) gibt.

Obwohl die Kooperation erst im Sommer des vergangenen Jahres startete, zeigt sich bei einem Blick auf die urologische Versorgung in Österreich bereits jetzt eine große Veränderung: „Wir sind gefühlt vom letzten Platz national an die Spitze gekommen, was die urologische Versorgung von Patienten betrifft. Das wurde nur durch die Kooperation möglich“, freut sich Ahyai.

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