Rettungsleitstelle

Alle 32 Sekunden klingelt das Notruf-Telefon

Oberösterreich
13.04.2026 11:20

Anlässlich des Tags des Notrufes am 14. April schaute die „Krone“ hinter die Kulissen der Rettungsleitstelle. Dabei konnte unter anderem bestätigt werden, dass vom Anruf bis zum Eintreffen der Rettung vor Ort im Schnitt nur elf Minuten Zeit verstreichen.

Wenn bei Matthias Schiffmann oder einem seiner Kollegen das Telefon läutet, dann ist in den meisten Fällen etwas passiert. Schiffmann arbeitet seit mittlerweile 24 Jahren in der Rettungsleitstelle Linz. Anlässlich des Tags des Notrufes am 14. April durfte die „Krone“ dem 45-Jährigen über die Schulter schauen.

Sieben Monitore
„Nicht jeder, der einen Notruf wählt, muss gleich ins Krankenhaus gebracht werden. Wir lenken Anrufer durch das Gesundheitssystem“, schildert Schiffmann, immer mit Blick auf seine sieben Computermonitore. Vom Anruf bis zum Eintreffen vor Ort vergehen im Schnitt elf Minuten. „Viele Leute wissen nicht, dass die Rettung noch während des Notrufes losfährt. Das funktioniert alles gleichzeitig im Hintergrund. Es ist also nicht nur dahergeredet, wenn wir sagen, dass Hilfe schon am Weg ist“, erklärt der Experte.

Der Bildschirm zeigt an, wo sich Einsatzfahrzeuge befinden.
Der Bildschirm zeigt an, wo sich Einsatzfahrzeuge befinden.(Bild: Horst Einöder/Flashpictures)

 Insgesamt 2500 Anrufe gehen täglich bei der Leitstelle in Linz ein. Oberösterreichweit waren es im vergangenen Jahr exakt 983.904 Anrufe – das bedeutet, dass alle 32 Sekunden das Telefon klingelt.

„Man merkt, dass die Ansprüche der Bevölkerung mehr geworden sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Selbstverantwortung wieder mehr wird. Am Land ist die persönliche Gesundheitskompetenz noch deutlich ausgeprägter als in den Ballungsräumen“, sagt Klaus Kaiserseder, seit zehn Jahren Leiter der Linzer Zentrale.

Veränderung durch Digitalisierung
Vor allem die Digitalisierung habe den Beruf in den vergangenen Jahren stark verändert. „Wir können uns auf das Handy des Anrufers verbinden und mit der Kamera eine Liveübertragung in der Leitstelle starten. Dadurch können wir das sowieso Erfragte mit zusätzlichen Infos durch das Bild ergänzen“, erklärt Kaiserseder.

„Krone“-Redakteur Philipp Zimmermann im Gespräch mit Matthias Schiffmann (li.) und Klaus ...
„Krone“-Redakteur Philipp Zimmermann im Gespräch mit Matthias Schiffmann (li.) und Klaus Kaiserseder.(Bild: Horst Einöder/Flashpictures)

Trotzdem sind sich beide „Rotkreuzler“ einig, dass der menschliche Mitarbeiter nie ersetzt werden kann. „Die Erfahrung eines Menschen ist einfach wertvoll. Das persönliche Gespräch mit den Anrufern ist ganz wichtig“, sagt Schiffmann, dem vor allem die positiven Anrufe Kraft geben: „Ich habe einmal eine Hausgeburt telefonisch begleitet, wo das Kind noch vor dem Eintreffen der Rettung auf die Welt kam. Da hat sich dann der Papa bedankt und gesagt, dass er sich sehr gut unterstützt gefühlt hat. Solche Anrufe sind positive Aspekte des Berufs.“

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