Immer wieder gern gehört wird bei Dornbirn Klassik das Londoner Brodsky Quartet, und das seit dreißig Jahren. Diesmal war auch Didgeridoo-Spieler William Barton dabei.
Da fährt man wenige Kilometer ins nahe Dornbirner Kulturhaus, und unversehens wird man für einen ganzen Abend in einen anderen Kontinent gebeamt. Dazu sind Klänge fähig, vor allem wenn sie von so innovativen Musikern wie dem Brodsky Quartett kommen. Diese vier Briten Krysia Osostrowicz und Ian Belton, Violinen, Paul Cassidy, Viola, und Jacqueline Thomas, Violoncello, sind seit unglaublichen fünfzig Jahren eine Streichquartettformation, und der seit Kurzem in Pension befindliche, langjährige Kurator von Dornbirn Klassik, Roland Jörg, darf mit Stolz sagen, dass er vor dreißig Jahren dem Brodsky Quartet den ersten Auftritt in Österreich ermöglichst hat.
Ebenso feierte das aktuelle, spektakuläre Programm des kultigen Quartetts mit dem Didgeridoo-Spieler William Barton hier in Dornbirn seine Österreich-Premiere. Der Mittvierziger Barton, ein Angehöriger der Völkergruppe der Aborigenes und somit ein Repräsentant der wohl ältesten Kultur der Erde, hat das typische Instrument dieser Menschen in die europäischen Konzertsäle gebracht. Er hat mit den großen Orchestern gespielt, unter anderem den Berliner Philharmonikern, und es verbindet ihn eine Freundschaft mit dem Brodsky Quartet.
Mit ihrem gemeinsamen Programm touren sie derzeit um den Globus, mit Stopp in Dornbirn. Und sie bringen, wie eingangs angedeutet, eine ganz eigene Welt mit. Mit den Klängen des Didgeridoos in Kompositionen von William Barton selbst, weiters von den australischen Komponisten Peter Sculthorpe und Robert Davidson oder der jungen Neuseeländerin Salina Fisher glaubt man sich in die Klangwelt der Pazifischen Welt versetzt, glaubt Rufe exotischer Vögel oder das Rauschen des Windes über den weiten Ebenen zu hören, und besonders das Didgeridoo tönt oft wie gurgelndes Wasser, zudem bezieht sich der Komponist Andrew Ford mit seinem Streichquartett Nr. 7 auf die in Australien immer wieder vorkommenden, verheerenden Buschfeuer.
Diesen lebhaften Naturbildern gegenüber stand im Programm des Freitagabends eine „Fantasia“ von Herny Purcell, nahtlos folgend auf ein Stück von Barton, dazu das Streichquartett „Kreutzersonate“ von Leoš Janáček, dessen Musik Kryzia Osostrowicz in ihrer Ansage als eng verbunden mit der tschechischen Sprache und nah an der Volksmusik seines Landes charakterisierte.
Mit einem kurzen Tanzstück von Igor Stawinsky kamen die fünf Musiker nach der Pause wieder aufs Podium, und mit einem weiteren, naturhaften Stück von Peter Sculthorpe dankten sie für den jubelnden Applaus.
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