Debatte in Rottenmann

Brisantes Gutachten soll Spitalsumbau noch stoppen

Steiermark
11.04.2026 11:00

Wir schreiben das Jahr 2023. Noch wird intensiv am Bau des Leitspitals in Stainach geplant, es wird erst nach der Wahl im Jahr darauf abgeblasen. Ein renommiertes Grazer Ziviltechnikbüro analysiert im Auftrag der Kages das LKH Rottenmann. Drei Jahre später sorgt das 28-seitige Gutachten, das der „Krone“ vorliegt, für Wirbel.

Festgehalten wird in dem Schreiben, dass die Bausubstanz des etwa 40 Jahre alten Gebäudes in gutem Zustand ist. Weniger positiv fällt der Befund in anderen Bereichen aus. „Der Stützenraster ist im Vergleich zu heutigen Bauweisen teilweise eng gesetzt, dies schränkt moderne Nutzungen massiv ein“, heißt es etwa. Zudem sei eine Erweiterung oder ein Umbau der haustechnischen Anlagen für die Anforderungen eines modernen Krankenhauses nur bei einer gänzlichen Neustrukturierung des Gebäudes möglich. 

Ein Umbau müsste unter laufendem Betrieb erfolgen, dabei müssten große Teile des Bestands abgebrochen und neu errichtet werden. Die Hanglage und die nahe Autobahn schränken den Spielraum ein, die Zufahrt sei jetzt schon suboptimal. 

Fazit: „Das LKH Rottenmann ist für eine moderne Spitalsstruktur nicht geeignet.“ Und dennoch soll es jetzt zwar nicht flächenmäßig zu einem Leitspital erweitert, aber umfassend umgebaut werden – und bis zu 16 Jahre lang. Der Kostenrahmen beträgt 150 Millionen Euro.

15 Millionen Euro ...

... an Planungskosten sind laut Kages für das Leitspital geflossen, die Auflösung der Verträge kostet eine Million extra. Für Grundstücke wurden drei Millionen Euro gezahlt.

Leitspital-Befürworter orten Täuschung der Bevölkerung
Die Befürworter des Leitspitals, die auch weiterhin nicht aufgeben, sind entrüstet. Das Gutachten sei verschwiegen, die Bevölkerung vor der Landtagswahl getäuscht worden, heißt es vom Verein „Pro Klinikum Stainach“. Deren Vertreter fordern, den Umbau in Rottenmann zu stoppen, und wollen in einem offenen Brief von Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) wissen, seit wann der Landesregierung die Analyse vorlag und ob sie auch jener Expertenkommission bekannt war, die den nun vorgesehenen „Plan B“ mit Erhalt aller drei bestehenden Spitalsstandorte ausgearbeitet hat. 

Kages-Vorstand Ulf Drabek hält entgegen: Bei der damaligen Analyse sei es darum gegangen, ob das LKH Rottenmann zum Leitspital mit fast doppelt so vielen Betten wie derzeit ausgebaut werden kann. (Anmerkung: Dezidiert steht das in der Analyse nicht.) Nun werde das Krankenhaus aber nicht erweitert, sondern nur modernisiert und umgestaltet. 

Sachverständiger aus NÖ soll Sanierungsbedarf erheben
Laut Drabek ist das Gebäude in einem solchen Fall jedenfalls wirtschaftlich vertretbar sanierbar, das stehe mittlerweile fest. Der notwendige Grad der Sanierung wird gerade durch eine sogenannte Bauteilöffnung erhoben – nicht, wie kolportiert, von der gleichen Grazer Ziviltechnikfirma wie einst, sondern von einem niederösterreichischen Sachverständigen, der bisher keinerlei Kontakte zur Kages hatte.

Einen konkreten Baustart kann Drabek noch nicht nennen. Auf jeden Fall soll in einem ersten Schritt das kleinere Haus 2 umgebaut werden, hierhin kommen Hospiz, Palliativstation und Verwaltung. Dann werden im Erdgeschoss des Hauptgebäudes die Ambulanzen und Tageskliniken gebündelt, in das erste und zweite Obergeschoss kommen schließlich die Bettenstationen. All das soll sukzessive bei laufendem Betrieb erfolgen. 

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