Reformen in Spitälern

Radkersburg, Aussee, Hartberg – Zeitpläne sind da

Steiermark
27.02.2026 10:00

Jetzt liegen die Zeitpläne für die Veränderungen im steirischen Spitalswesen vor. Schon in wenigen Wochen starten die ersten Schritte, etwa in Bad Aussee, Bad Radkersburg, Bruck und Hartberg. Die LKH übernehmen zudem immer öfter Aufgaben des niedergelassenen Bereichs, Ärzte sollen sich bald sogar einmieten können. 

Es wurde demonstriert und politisch gestritten, kurz vor Weihnachten gab es aber grünes Licht für den steirischen Gesundheitsplan RSG. Er legt fest, wie sich die Spitalslandkarte bis 2030 verändern soll. Offen war noch der Zeitplan für die einzelnen Häuser. Die Landesregierung macht Druck, „die Maßnahmen so rasch wie möglich umzusetzen“, wie Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl im Jänner im „Krone“-Interview betonte.

Nun liegt der grobe Zeitplan der Spitalsgesellschaft Kages vor. Und er zeigt: Erste Schritte sollen tatsächlich bereits in Kürze umgesetzt werden. Beispiel Bezirk Liezen: Hier wird – gegen Widerstand in der Region – die Chirurgie aus Bad Aussee nach Rottenmann verlegt, im Gegenzug entsteht in Aussee eine Abteilung für Akutgeriatrie und Remobilisation. Umsetzung: bereits im April! 

Moment, heißt es nicht immer, dieser Schritt erfolge erst, wenn die Kooperation mit der Klinik Bad Ischl (OÖ), die künftig verstärkt steirische Patienten versorgen soll, unterzeichnet ist? Dabei bleibt es auch, versichern die Kages-Vorstände Gerhard Stark und Ulf Drabek: „Die Verhandlungen, die der Gesundheitsfonds führt, sind weit. Zu klären sind noch gewisse finanzielle Details. Wir rechnen bald mit einer Entscheidung.“ Die Verlegung der Abteilungen sei durchorganisiert und könne dann rasch erfolgen.

Sanierung des LKH Rottenmann laut Kages möglich
Viel Unklarheit herrscht in der Region über die Baupläne für Rottenmann. Befürworter des politisch abgesagten Leitspitals bringen immer wieder die angeblich schlechte Bausubstanz ins Spiel, ein großer Umbau bei laufendem Betrieb sei ihrer Meinung nach kaum zu stemmen. Laut Drabek habe sich zwar „ein gewisser Instandhaltungsrückstau aufgetan, der nun abgebaut wird“. Das Haus sei aber sanierbar – offen ist noch der Grad der Sanierung, das sollen Gutachter klären.

Im LKH Rottenmann steht eine große Sanierung bevor.
Im LKH Rottenmann steht eine große Sanierung bevor.(Bild: Sepp Pail)

Die Pläne sehen vor, die derzeit auf verschiedene Stockwerke verteilten Ambulanzen im Erdgeschoß zu konzentrieren, die Bettenstationen kommen in den ersten und zweiten Stock. Das kleinere „Haus 2“ soll neu gebaut werden, hierhin ziehen die Verwaltung und die neue Palliativstation. 

Orthopädie Radkersburg: Verlagerung erst bis 2029/2030
Die zweite Region, in der die Spitalspläne für besonders viel Aufregung sorgen, ist Bad Radkersburg. Die dortige Orthopädie-Abteilung wird nach Deutschlandsberg verlegt. Das Tageszentrum macht im zweiten Quartal des heurigen Jahres den Anfang, parallel wird in Bad Radkersburg die Abteilung für Remobilisation und Nachsorge bis 2028 sukzessive erweitert.

Die komplette Orthopädie-Verlagerung wird frühestens 2029 oder 2030 erfolgen. Im LKH Deutschlandsberg müssen erst die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden. Wobei die Kages-Vorstände betonen: „Es gibt keine zusätzlichen Gebäude.“ Die Errichtung erfolge im Rahmen von zwei Sanierungen, die ohnehin geplant waren – um 29 Millionen Euro. De facto gebe es daher kaum einen zusätzlichen finanziellen Aufwand. 

Weniger Betten für Geburtshilfe Hartberg
Ebenfalls bereits im zweiten Quartal 2026 vorgesehen ist eine Bettenreduktion in der Hartberger Geburtshilfeabteilung. Grund ist der Rückgang an Geburten, zuletzt waren es noch etwa 500 pro Jahr.  „Die Bevölkerung wird nicht schlechter versorgt, alle werden ein Bett bekommen“, betont Stark. Für das geplante Hebammenzentrum in Hartberg gibt es noch keinen Versorgungsauftrag. 

Weitere RSG-Pläne

Leoben: Ausbau der Strahlentherapie mit einem neuen Linearbeschleuniger bis 2029 

Murau: Aufbau einer Abteilung für Remobilisation und Nachsorge bis 2029

Graz: Bei Engpässen in den LKH sollen durch neue Kooperationen die Barmherzigen Brüder im Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe sowie das UKH im Bereich Orthopädie-Traumatologie aushelfen.

Graz: Offen ist noch, ob die Neurologie wie im RSG vorgesehen vom LKH Süd zum LKH West transferiert wird. Eventuell ist doch eine Sanierung am Standort Süd möglich – und vor allem auch günstiger. 

Voitsberg: Eine neue traumatologische Ambulanz soll von der AUVA betrieben werden.

Schon länger bekannt sind die Veränderungen im LKH-Verbund Hochsteiermark. Konkret wandert nun im zweiten Quartal die Abteilung für innere Medizin und Pneumologie von Leoben an den Standort Bruck. Bis Jahresende soll dort eine dermatologische Tagesklinik folgen, 2027 wird dann die Psychiatrie eröffnet. 

Neue Wege
Kages will bald Ärzte einmieten lassen

Der RSG sieht den Erhalt aller 20 steirischen Spitalsstandorte vor. Das beurteilen viele Gesundheitsexperten kritisch, Kages-Vorstandsvorsitzender Gerhard Stark hat hingegen eine positive Sichtweise: „Der niedergelassene Bereich hat Probleme. Die Kages ist ein garantierter Ansprechpartner rund um die Uhr und vermittelt der Bevölkerung ein Gefühl der Sicherheit.“ 

So verwundert es nicht, dass die Kages immer stärker in die kassenärztliche Versorgung geht – eigentlich nicht ihre Kernaufgabe. In Liezen und Deutschlandsberg betreibt man bereits Einrichtungen mit Kinderärzten, in Hartberg und Rottenmann für Frauengesundheit. Und es wird wohl in Zukunft weitere solche Fälle geben. Das hat auch eine finanzielle Logik: Die Kosten übernehmen die Sozialversicherungen. Kommen hingegen Patienten wegen fehlender Kassenärzte in die Spitalsambulanzen, bleibt man auf den Kosten sitzen.

Anfang Jänner wurde die „Kindergesundheit Deutschlandsberg“ eröffnet.
Anfang Jänner wurde die „Kindergesundheit Deutschlandsberg“ eröffnet.(Bild: Christian Jauschowetz)

Kages will Gesundheitszentren betreiben
Die Kages wird sich auch um die Leitung von zwei Primärversorgungszentren bewerben: in Bad Radkersburg (vorgesehen ist die erste Einheit, die rund um die Uhr offen hat) und in Murau (mit den Schwerpunkten innere Medizin, physikalische Medizin und Kinder- und Jugendheilkunde). Beim geplanten Facharztzentrum in Hörgas (für innere Medizin, HNO, Gynäkologie) stellt man hingegen nur die Infrastruktur zur Verfügung.

Ein weiterer bemerkenswerter Schritt wird aktuell erarbeitet: Ärzte sollen sich künftig in den Landeskrankenhäusern für einige Stunden einmieten können, organisatorisch könne man ihnen laut Stark ein „All-inclusive-Paket“ bieten. Gerade in Randregionen könne das eine attraktive Nebenbeschäftigung für Spitalsärzte sein. 

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