Vor einem Jahr traf die Schließung des Agrana-Standortes im Marchfeld (NÖ) die Region schwer. Nun ist man wieder „auf Schiene“. Am Freitag eröffnete die neue Stadler-Halle.
Als im März 2025 die Zuckerfabrik im Marchfeld endgültig die Produktions-Tore schloss, herrschte zunächst große Unsicherheit. Für die gekündigten Mitarbeiter wurde ein Sozialplan ausverhandelt. Nach Pandemie und Energiekrisen trauerten auch die Bürgermeister aus dem Marchfeld um den Arbeitgeber für ihre Ortschaften. Seit Freitag herrscht wieder so etwas wie „Aufbruchsstimmung“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Auf dem ehemaligen Gelände von Agrana entstand innerhalb von nur sieben Monaten ein zentrales Servicezentrum für hochmoderne Bahntechnologie.
Zentrum für Zug-Instandhaltung
In der Stadler-Halle werden ab sofort Hochgeschwindigkeitszüge der Westbahn gewartet. Damit stellt Stadler die Verfügbarkeit der Fahrzeuge sicher. In den nächsten drei Jahren werde Stadler mehr als 200 Züge ausliefern – in Leopoldsdorf sollen diese für die Zulassung geprüft werden. Eine „Halle für alle“ sei der Standort in Obersiebenbrunn, sagte Stadler-CEO Christian Diewald am Freitag. Österreichs Bahngeschichte habe damit ein neues Kapitel.
Wenn wir die Energiewende haben wollen, dann muss die Mobilität auf Schiene stattfinden.

Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ)
Bild: Martin A. Jöchl
Die Stadler-Halle sei aber nur der Anfang. „Unser Ziel ist es hier einen neuen Bahncluster zu entwickeln“, betont die Landeshauptfrau. Es brauche auch andere Bahntechnologie-Firmen, die sich im Marchfeld niederlassen. Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident der Stadler Rail AG, gab einen Überblick über die Stadler-Gruppe. Rund 18.000 Mitarbeiter werden weltweit an 18 Standorten beschäftigt. Auch SPÖ-Verkehrsminister Peter Hanke war bei der Eröffnung dabei. Im Bereich der Bahnmobilität habe das Bundesland große Kompetenz, so der Minister, die man gemeinsam mit dem Rest Europas nutzen sollte.
Bleibt der Wunsch nach einer Schnellstraße?
Was der Region kürzlich neben der schwierigen wirtschaftlichen Lage einen Schlag versetzte, war das lang anhaltende Stocken beim Bau einer Schnellstraße. Auch Minister Hanke war im Herbst auf Besuch im Marchfeld, um der Region seine Unterstützung zum Bau auszusprechen, der in der vorigen Regierung von Umweltministerin Leonore Gewessler verhindert wurde. Das Höchstgericht bestätigte Anfang Jänner, dass die Umwelt-Entscheidung gerechtfertigt war.
Beim Besuch der „Krone“ in Leopoldsdorf im Februar dieses Jahres sprach auch Bürgermeister Clemens Nagel darüber: „Ich finde es sehr gut, dass Stadler zu uns will, denn auch wir sind eine Gemeinde, die von Wien gut mit dem Zug zu erreichen ist.“ Dennoch gäbe es viele Wiener Betriebe, die mit einer Schnellstraße sofort nach NÖ ziehen würden.
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