Die Kages ist mit 19.200 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Steiermark. Nach Jahren der Personalnot gibt es aktuell fast Vollbeschäftigung. Und es werden neue Wege beschritten: Räume und Geräte werden bald aktiv an (Privat-)Ärzte vermietet.
Dieser Termin soll einen Schlussstrich unter eine jahrelange, teils emotionale Debatte ziehen: Am Freitag wurde die Pneumologie mit 24 Betten am Landeskrankenhaus Bruck eröffnet. Gemeinsam mit der bestehenden Kardiologie ist in der obersteirischen Bezirkshauptstadt ein Herz-Lungen-Zentrum entstanden, das zweite in der Steiermark neben Graz.
Die Neuordnung innerhalb des Spitalsverbunds Hochsteiermark ist damit so gut wie abgeschlossen: Leoben ist das Akutspital, Bruck hat mehrere Tageskliniken, Mürzzuschlag sorgt für die regionale Basisversorgung. Ein Modell, das es auch in der Oststeiermark mit den Standorten Feldbach, Hartberg und Fürstenfeld gibt, wie die beiden Kages-Vorstände Gerhard Stark und Ulf Drabek sowie Aufsichtsratsvorsitzender Peter Umundum betonen.
75 Prozent des Personals sind bereits weiblich
Sie haben am Freitag über wesentliche Entwicklungen innerhalb der steirischen Spitalsgesellschaft berichtet. Etwa, dass sich die tagesklinischen Leistungen innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt haben. Oder dass mittlerweile 75 Prozent der 19.200 Mitarbeiter weiblich sind, die Teilzeitquote liegt in der Pflege bei 52 und bei Ärzten bei 35 Prozent.
Wo wir in die Struktur eingegriffen haben und eisern auf Kurs geblieben sind, sehen wir jetzt die Effekte, etwa in Graz oder in der Hochsteiermark.
Kages-Vorstandschef Gerhard Stark
Dennoch kann man aktuell auf eine Vollbesetzung verweisen, große Lücken, etwa bei der Pflege in Graz oder bei der Anästhesie in Leoben und Bruck, wurden geschlossen, so Umundum. Eine Rolle spielen das nach Protesten eingeführte attraktive Gehaltsschema seit 2023 und neue Dienstzeitmodelle, wie Stark betont.
... gab es noch 2015, jetzt sind es sieben. Dabei bleibt es vorerst. Durch diese Veränderungen gibt es gleich 24 regionale Direktoren weniger innerhalb der Kages.
Demografischer Wandel schlägt sich nieder – vor allem in der Pflege
Den aktuellen Stand halten zu können, wird aufgrund des demografischen Wandels schwierig werden, bei den Diplompflegekräften etwa bereits nach 2027. „Die moderne Medizin erlaubt aber Effizienzsteigerungen, das gibt uns Hoffnung. Wir werden etwa noch intensiver auf Tageskliniken setzen“, hält Stark fest.
Der Spitalssektor ist mit hohen Kostensteigerungen konfrontiert. Die Kages liegt aber unter dem Österreich-Schnitt, wir halten die Budgets ein.
Kages-Aufsichtsratschef Peter Umundum
Die Kages übernimmt zugleich Aufgaben des niedergelassenen Bereichs. Es gibt bereits vier Kassen-Ambulanzen für Kinder und Frauen (Liezen, Rottenmann, Hartberg Deutschlandsberg), mehr dürften folgen. Man bewirbt sich zudem um Primärversorgungszentren in Bad Radkersburg und Murau. Und es wird, wie berichtet, intensiv überlegt, Räume und Geräte aktiv Ärzten, aber auch Physiotherapeuten oder Ernährungsberatern anzubieten und gerade zu Randzeiten zu vermieten.
Das kann Mitarbeiter, die eine private Nebenbeschäftigung anstreben, binden. Zugleich wird die Auslastung der teuren Einrichtung höher. „Eine Win-Win-Situation“ nennt das Drabek. Zu diesem Zweck dürften eigene, gewinnorientierte Tochtergesellschaften gegründet werden, die Entscheidung könnte laut Umundum in der Aufsichtsratssitzung im Juni fallen.
Gesamtfläche soll eingefroren werden
Ein Schwerpunkt der Kages liegt auch auf Nachhaltigkeit. So ist zwar zwischen 2005 und 2025 die Nettogeschoßfläche aller Bauten um 25 Prozent gestiegen, in Summe von 800.000 auf 1 Million Quadratmeter (jährlich entspricht das Plus der Fläche des LKH Weiz), diesen Wert will man nun aber einfrieren und nicht mehr erweitern. Ein großes Ziel ist es auch, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.
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