Der österreichische Ukrainer-Verein Mrija hat FPÖ-Chef Herbert Kickl, die Nationalratsabgeordnete Lisa Schuch-Gubik und den niederösterreichischen Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer zu einer Reise über die orthodoxen Osterfeiertage in das kriegsgebeutelte Land eingeladen.
Anlass ist die Kritik von FPÖ-Politikern daran, dass ukrainische Kriegsvertriebene in Österreich über die Osterfeiertage in ihre Heimat reisen. „Wir sind überzeugt, dass ein solcher Besuch dazu beitragen kann, bestehende Missverständnisse zu überwinden und ein besseres gegenseitiges Verständnis zu fördern“, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Brief an die größte Parlamentspartei. Laut dem Schreiben des Mrija-Vorsitzenden Andrij Karioti geht es um eine „vollständig finanzierte Reise“ für drei Personen, einschließlich „der Hin- und Rückreise mit dem FlixBus“, Unterkunft und organisatorischer Begleitung während des Aufenthalts. In zwei Tagen sollen demnach die Hauptstadt Kiew, Dnipro und Charkiw besucht werden.
„Besondere Atmosphäre des orthodoxen Osterfestes erleben“
„Wir sind überzeugt, dass Ihnen dieser Besuch die Möglichkeit gibt, sich persönlich ein Bild von den aktuellen Lebensrealitäten in der Ukraine zu machen und zugleich die besondere Atmosphäre des orthodoxen Osterfestes zu erleben. Wir warten mit großer Vorfreude auf Ihre Zustimmung und Rückmeldung“, so der Verein in dem Brief.
Mit Blick auf die stark frequentierten FlixBus-Verbindungen zwischen Wien und Kiew hatte Landbauer von „Heimaturlaub für Ukrainer auf Steuerzahlerkosten“ gesprochen. „Entweder sucht man in Österreich Schutz oder nicht. Aber in Österreich kassieren und dann Urlaub in der Heimat machen, das geht sich nicht aus“, kritisierte Landbauer, dessen Parteifreund Martin Antauer in der niederösterreichischen Landesregierung für die Grundversorgung zuständig ist.
Hälfte der Ukrainerinnen und Ukrainer in Arbeitsmarkt integriert
Unerwähnt ließ Landbauer, dass mittlerweile eine Mehrheit der ukrainischen Kriegsvertriebenen in Österreich einer Erwerbstätigkeit nachgeht. So erklärte der Ukraine-Flüchtlingskoordinator des Bundes, Andreas Achrainer, im Februar, dass rund 30.000 Ukrainerinnen und Ukrainer in den österreichischen Arbeitsmarkt integriert worden seien. In der Grundversorgung befänden sich 29.400 Geflüchtete, darunter 15.000 Pensionisten und Kinder. Den Pensionisten würden von den Bundesländern ukrainische Bezüge abzogen, die sie oft gar nicht erhalten, kritisierte Achrainer. Auch der Ukraine-Wiederaufbaukoordinator Wolfgang Anzengruber sagte kürzlich, dass rund 50 Prozent der Ukrainerinnen und Ukrainer am hiesigen Wirtschaftsleben teilnehmen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.