Ein ewiges Politikum

Jetzt fix: Das Grazer Girardihaus wird saniert

Steiermark
11.04.2026 07:00

Nach jahrelangen Diskussionen soll das historische Girardihaus in Graz-St. Leonhard bis 2028 auf Vordermann gebracht und zum Praxisraum für Kunstuni-Studenten werden. Die Mittel dafür werden im Gemeinderat Ende April freigegeben.

Seit Jahren wird darüber diskutiert, doch das Bild in der Leonhardstraße 28 bleibt unverändert. Jetzt endlich stellt die Stadt Graz zur Sanierung für das Geburtshaus des Volksschauspielers Alexander Girardi die Gelder zur Verfügung. „Durch die Freigabe der finanziellen Mittel wird ein historisch bedeutendes Gebäude gesichert und gleichzeitig zu einem zeitgemäßen Kulturstandort“, sagt Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ). 3,6 Millionen Euro kostet das Ganze. Budgetiert waren zunächst 2,4 Millionen Euro.

Laut Eber sollen die gestiegenen Baukosten sowie die langfristige Absicherung des Projekts dadurch gedeckt werden. Die Opposition kritisierte, dass kein Schwung in die Sache kommt, die jährliche Pacht teuer sei und die Kosten steigen würden. Denn das Haus, das lange Zeit kurz vor dem Abriss stand, wurde 2021 noch unter Ex-Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) von der Stadt gepachtet. Der Vertrag gilt für 35 Jahre. Seit 2021 wurden langsam die Ideen bekannt, bis jetzt floss aber kein Geld.

Dass das Girardihaus nun endlich in Umsetzung kommt, ist ein wichtiger Schritt für die Stadt. Das Konzept ist langfristig tragfähig.

Manfred Eber

Finanzstadtrat (KPÖ)

Baustart noch 2026
Gebaut werden soll 2026 und 2027, die Inbetriebnahme dann 2028 erfolgen. Geplant ist ein Praxisraum für Studenten der Kunstuniversität Graz. Sie sollen im Erdgeschoß auf 194 Quadratmetern eigenständig Veranstaltungsformate entwickeln, kuratieren und den Ort bespielen – und so praktische Erfahrung in Programmplanung, Künstlerbetreuung, Marketing etc. sammeln.

Das ursprüngliche Nutzungskonzept wurde weiterentwickelt. Gastronomie ist keine mehr vorgesehen. Geplant ist aber, bestehende kulturelle und stadteigene Einrichtungen im Girardihaus unterzubringen und so laufende Kosten zu reduzieren. Das österreichische Kabarettarchiv könnte sich etwa hier ansiedeln, Gespräche laufen bereits. Das neue Konzept für das Haus sei „langfristig tragfähig“, sagt Eber. „Dass das Girardihaus nun endlich in Umsetzung kommt, ist ein wichtiger Schritt für die Stadt“, meint er.

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