Trotz eines langsamen Starts und schwieriger Rahmenbedingungen präsentierte der abgehende Generaldirektor Franz Gasselsberger bei seiner letzten Bilanzpräsentation das dritte Rekordergebnis der Oberbank in Folge. Der Nettogewinn lag aber mit 372 Millionen 1,8 Prozent unter dem Vorjahresüberschuss.
Einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 477,1 Millionen Euro hat die Oberbank im Vorjahr verzeichnet – das dritte Rekordergebnis in Serie, das Vorstand und Aufsichtsrat zum Anlass nehmen werden, der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende um 20 Cent auf 1,35 Euro vorzuschlagen. „Wir freuen uns sehr, dass wir ein Ergebnis präsentieren dürfen, das auch unsere eigenen Erwartungen deutlich übertroffen hat – trotz schwieriger Rahmenbedingungen, rückläufiger Zinserträge und einer erhöhten Kostenbelastung durch die Bankenabgabe“, freute sich der abgehende Generaldirektor Franz Gasselsberger bei seiner letzten Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag in Linz.
Wohnraumkredite, Vorsorge und Wertpapiere
Die Kreditnachfrage habe sowohl bei Unternehmen als auch bei Privaten deutlich angezogen. Das Kreditvolumen wurde um 20 Prozent auf rund 21,6 Milliarden Euro gesteigert. Stark war auch das Privatkundengeschäft, insbesondere bei der Wohnraumfinanzierung – wo der Trend klar in Richtung Kauf von Eigentum geht – privater Vorsorge und der Nachfrage nach Wertpapieren. Auch die Kundeneinlagen stiegen um 4,7 Prozent auf 20,6 Milliarden Euro. In Kombination mit den Wertpapieren erreichten die betreuten Einlagen einen Rekordwert von 43,6 Milliarden Euro. Auch andere wichtige Kennzahlen wurden weiter verbessert. Mit einer Kernkapitalquote von knapp 20 Prozent befindet sich die Oberbank im Spitzenfeld der europäischen Universalbanken.
Respekt vor kommenden Monaten
Das aktuelle Jahr wird Gasselsberger zufolge ein holpriges werden: „Das einzige, was schwerer vorauszusagen ist als die Finanzmärkte, ist die Geopolitik.“ Daher mahnt der Generaldirektor zur Ruhe und Vorsicht, erinnert an vorschnelle Prognosen etwa angesichts der Ankündigung der US-amerikanischen Zollpolitik vor einem Jahr. Auch eine neue Inflationsspirale wie im Jahr 2022 erwartet er nicht. Im Wertpapiergeschäft wurde im ersten Quartal ein Rekordergebnis erzielt, und auch das Kreditwachstum sei in diesem Zeitraum „sehr, sehr stark“ gewesen. „Ich blicke dennoch mit Respekt auf das weitere Geschäftsjahr 2026“, so Gasselsberger, der auch einige prägende Momente seiner Karriere Revue passieren ließ, wie etwa die Finanzkrise von 2008.
„Perfekte Besetzung“
Auch die Übergabe an Vorstandsdirektor und Nachfolger Martin Seiter war Thema: „Er bringt alles mit, was man von einem Generaldirektor der Oberbank erwarten darf – fachliche und soziale Kompetenz, Fleiß, Charakter, Lernfähigkeit und enorme Führungsqualität“, betonte Gasselsberger, der auch für seinen Vorgänger, Hermann Bell, und wie er damals die Übergabe an ihn selbst über die Bühne gebracht hatte, nichts als Lob übrig hatte.
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