Ein exotischer Laufvogel in St. Marein bei Graz beschäftigte unlängst die Freiwilligen der Tierhilfe Steiermark. In der Landeshauptstadt kommt es inzwischen auch immer häufiger zu Einsätzen mit Dachsen. Was man tun sollte, wenn man ein verletztes Tier findet und warum die Dachspopulation in Graz noch nicht besorgniserregend ist.
Den größten südamerikanischen Laufvogel sieht man normalerweise nicht in den steirischen Wäldern. Anders war das aber kürzlich in St. Marein bei Graz.
„In der Umgebung ist ein Nandu ausgebüxt. Das sieht man nicht jeden Tag“, erzählt Stefan Fink von der Tierhilfe Steiermark. Gemeinsam mit seinen Kollegen wurde er gerufen, um das Tier einzufangen: „Das gelang uns mit viel Glück und einem Kescher.“
Täglich mehrere Anrufe
So glimpflich gehen aber leider nicht alle Einsätze aus: „Im Jahr 2025 wurden wir 889-mal gerufen, um Tieren zu helfen. Hinzu kommen etwa 50 bis 60 weitere Einsätze, bei denen das Tier schon tot war oder währenddessen verstarb“, sagt Fink.
Unlängst musste die Tierhilfe auch wieder zu einem Einsatz mit einem Dachs in der Landeshauptstadt ausrücken: „Das war heuer unser dritter Dachs-Einsatz in Graz“, erzählt Fink. Der furchtbare Verdacht, das Tier könnte vergiftet worden sein, bestätigte sich nicht: „Vermutlich wurde er mit einem Auto angefahren und war darum benommen.“ Derartige Einsätze häufen sich in Graz: „Das kann ein Zufall sein, vielleicht werden es aber auch immer mehr Tiere“, gibt Fink zu bedenken.
Dachse in der Landeshauptstadt
„Dachse fühlen sich in Graz wohl“, weiß Bezirksjägermeister Stephan Bertuch. Zum Problem werden die Tiere in der Stadt allerdings noch nicht: „Es ist unmöglich zu sagen, wie viele Dachse in Graz leben. Oft werden sie am Schloßberg gesehen. Von einem Problem aufgrund der Anzahl kann man noch lange nicht sprechen“, hält Bertuch fest.
Störend sind Dachse vor allem dann, wenn sie im eigenen Garten zu graben beginnen. Den Jägern sind aber die Hände gebunden: „Wir können sie nur schwer einfangen, da Fallen in Siedlungsgebieten auch Katzen einfangen würden und das wieder ein neues Problem darstellen würde. Die Tiere zu jagen, ist in der Stadt tabu. Am besten eignen sich bauliche Maßnahmen, um den Dachs zu ,vertreiben‘. Also, wenn der Boden nicht mehr attraktiv zum Graben ist – durch große Steine etwa – dann verzieht er sich.“
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