Kooperation in Bildung

Berufsschüler schnuppern in Welt der Wissenschaft

Niederösterreich
09.04.2026 13:00

Berufsschüler in Niederösterreich haben künftig die Gelegenheit, Wissenschaft und Forschung hautnah kennenzulernen. Möglich macht das eine einzigartige Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften. Forscher tauschen dafür Labor und Studierzimmer mit den Klassenräumen der Berufsschulen.

Der Wissenschaft vertrauen in Österreich 74 Prozent der Bevölkerung. Bei den 26 Prozent Skeptikern seien Menschen in Lehrberufen stark vertreten, sagt die Statistik. Dem will man in Niederösterreich nun in Zusammenarbeit mit der Akademie der Wissenschaften entgegenwirken. „Wir bringen Wissenschaft und Lehre zusammen“, sagt Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

Über den Tellerrand
Und zwar mit Expertenvorträgen an den heimischen Berufsschulen. Die angehenden Fachkräfte sollen einen Anreiz bekommen, über den eigenen Tellerrand zu schauen. „Wissenschaft und Forschung sollen nichts Abstraktes sein, sondern greifbar, erlebbar und anwendbar“, so die Landesrätin. Damit werde die Brücke zwischen Theorie und Praxis, zwischen Handwerk und Forschung geschlagen. 

Teschl-Hofmeister (li.) und Faßmann mit Berufschülerinnen.
Teschl-Hofmeister (li.) und Faßmann mit Berufschülerinnen.(Bild: NLK KHITTL)

Attraktivität steigern
„Die Professoren, die diese Vorträge halten werden, geben nicht nur Wissen weiter, sondern die Begeisterung für Neues“, betont Heinz Faßmann, Präsident der Akademie der Wissenschaften. Für den früheren Bildungsminister ist die Berufsschule „ein extrem wichtiger Schultyp“. Daher gelte es, die Attraktivität der Ausbildung der künftigen Fachkräfte sicherzustellen und weiter zu erhöhen.

Spannende Themen
Die „Wissenschaftsstunden“ an den Berufsschulen werden in inhaltlichem Zusammenhang mit der Ausbildung der jeweiligen Lehrlinge stehen. Der Bogen spannt sich von Einblicken in die Entwicklung unseres demokratischen Systems bis hin zu „50 Shades of Hate – Hass und Fake im Netz“. Die Erforschung der Ursachen von Naturkatastrophen steht ebenso auf dem Stundenplan wie die Energiewende Europas. Los geht es im Juni an den Berufsschulen in Theresienfeld, Laa an der Thaya, Zistersdorf, St. Pölten, Stockerau und Geras. Ab Herbst soll es das Angebot dann an allen Standorten geben.

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