Steirische Familie

Kein Krippenplatz: „Können nicht immer Oma fragen“

Steiermark
30.03.2026 07:00

Über 2500 Familien warten derzeit in der Steiermark auf einen Betreuungsplatz. In Zuzugsgemeinden wie Gratwein steigt der Bedarf für die Unter-3-Jährigen, doch auch hier müssen Eltern vertröstet werden.

Abwarten und Tee trinken – oder besser nicht abwarten, sondern Handy in die Hand nehmen und versuchen, was nur möglich ist. Denn abwarten ist für viele betroffene Eltern keine Option. Sie brauchen ab Herbst einen Kinderbetreuungsplatz, Punkt. Doch von diesen gibt es in der Steiermark nicht genug. Die Warteliste ist heuer, wie berichtet, zwar kürzer als im Vorjahr, bleibt aber lang: 2574 Kinder stehen darauf.

Bedarf für Unter-3-Jährige wächst
In der Landeshauptstadt ist die Kinderbetreuung sowieso Dauerbrenner, allerdings sind auch Zuzugs- und Umlandgemeinden zunehmend betroffen, die gerade Jungfamilien anlocken. So berichtet eine Familie aus Gratwein-Straßengel der „Steirerkrone“ von ihrer bitteren Enttäuschung. Das Kind wird bald zwei Jahre alt, beide Eltern müssen ab Herbst wieder arbeiten. Doch es folgte eine Absage für die Krippe.

Die Gemeinde bietet eine öffentliche Krippe mit zwei Gruppen für die Kleinsten an. Bei einer Einwohnerzahl von rund 13.000. „Nur über Omas und Opas lässt sich die tägliche Kinderbetreuung heutzutage nicht mehr abdecken. Die arbeiten noch oder haben auch ihr Privatleben. Wir wollen ihnen das nicht zumuten“, meint die Familie mit der Absage. Die Eltern berichten, dass sie nicht die einzigen mit dem Problem sind.

Bürgermeisterin von Gratwein-Straßengel: Doris Dirnberger (SPÖ)
Bürgermeisterin von Gratwein-Straßengel: Doris Dirnberger (SPÖ)(Bild: Christian Jauschowetz)

Bürgermeisterin Doris Dirnberger (SPÖ) weiß, dass der Bedarf für die Betreuung der Unter-3-Jährigen steigt. Sie verweist auf das Kinderhaus (das allerdings privat ist) und Tageseltern. Dirnberger bleibt hoffnungsvoll, die Warteliste für die Krippe bis Herbst abarbeiten zu können. Eine zweite Krippe sei auf lange Frist geplant, bedeute aber auch hohe Kosten. 

Kein Randproblem
„Wenn rund 2.600 steirische Familien um Betreuung bangen müssen, ist das kein Randproblem, sondern Ausdruck struktureller Defizite“, sagt Hella Riedl-Rabensteiner, Vorsitzende der Jungen Industrie Steiermark. Die Steiermark liege weit hinter dem Österreich-Schnitt. „Bei den 0- bis 2-Jährigen liegt die Betreuungsquote bei 27 Prozent vs. 34,8 Prozent österreichweit.“ Riedl-Rabensteiner plädiert dafür, dass wohnortnahe und bedarfsgerechte Kinderbetreuung keine Zusatzleistung sein darf, „sondern grundlegende Infrastruktur.“

Hella Riedl-Rabensteiner, Vorsitzende der Jungen Industrie Steiermark
Hella Riedl-Rabensteiner, Vorsitzende der Jungen Industrie Steiermark(Bild: Marija Kanizaj)
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