Salzburgs Landesjägermeister Max Mayr-Melnhof wetterte bei einer Fachtagung gegen Wölfe und Naturschützer – er meinte etwa, Wölfe notfalls auch „ohne Jagdschein“ abzuschießen. Gegenüber der „Krone“ legt der 56-Jährige nach und fordert strengere Regeln.
Er selbst kann die Aufregung nicht nachvollziehen. „Was soll der Aufruhr? Ich sage seit zehn Jahren dasselbe, dazu stehe ich auch“, meint Salzburgs Landesjägermeister Max Mayr-Melnhof im Gespräch mit der „Krone“. Naturschützer kritisieren den 56-Jährigen hingegen scharf, Salzburgs Grüne zeigen sich „sehr verwundert“.
Was war passiert? Mayr-Melnhof war vor mehreren Tagen Gastredner beim Vorarlberger Grundeigentümertag. Knapp 20 Minuten lang stand der Landesjägermeister hinter dem Mikrofon und wählte dabei durchaus heftige Worte. Er berief sich auf die heimische Verfassung, wonach er das Recht habe, sein „Leib, Leben und Vermögen“ zu schützen.
Was das konkret bedeutet? „Wenn ein Wolf meine Schafe auch nur dumm anschaut, lege ich ihn um“, sagte Mayr-Melnhof wörtlich. Dies würde er notfalls auch „ohne Jagdschein“ machen.
Gelächter und Beifall für Rede
Ein Video der Rede ist auf der Online-Plattform YouTube abrufbar (siehe unten). Im Saal riefen Mayr-Melnhofs Worte Gelächter und viel Beifall hervor. Auch die Naturschutzorganisationen bekamen ihr Fett weg. „Der Wolf gehört dem WWF, das ist dessen Geschäftsmodell, die sitzen da drauf. Kauft um 50 Euro seinen Stoffwolf, spendet es dahin und ihr holt euch die Wildnis wieder ins Wohnzimmer“, meinte der Landesjägermeister.
Die Rede im Video (ab Minute 10:56)
Jägermeister fordert strengeres Wolfsmanagement
Gegenüber der „Krone“ präzisierte der 56-Jährige seine Worte. „Bei diesen Organisationen wird mit zweierlei Maß gemessen. Beim Wolf und beim Otter ist der Aufschrei immer groß, der Abschuss von Gämsen interessiert keinen. Dabei haben sie den gleichen Schutzstatus wie der Wolf.“ Grundsätzlich habe er nichts gegen Naturschützer. „Die leisten viel Gutes, aber sammeln Spenden nur über die Emotionen der Menschen.“
Einmal mehr fordert er ein strengere Wolf-Abschussquote in Salzburg. „Ich habe nichts gegen Wölfe, aber nur, wenn er keine Probleme macht. Wenn er Schafe reißt, gehört er erschossen“, ist seine klare Meinung. Und: „Mein Leib und Leben werde ich immer verteidigen.“
Anzeige vom Wiener Tierschutzverein
Mayr-Melnhofs Rundumschlag ist bei den mitunter kritisierten Tierschützern jedenfalls gar nicht gut angekommen. Der Wiener Tierschutzverein ortete in den Aussagen des Landesjägermeisters gar eine „vorsätzliche Schädigung des Tier- oder Pflanzenbestandes“ sowie die „Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen und Gutheißung mit Strafe bedrohter Handlungen“ und erstattete Anzeige.
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