Sturmchaos Steiermark

1900 Feuerwehrleute im Einsatz, Weizklamm gesperrt

Steiermark
27.03.2026 07:56
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Seit Donnerstag kam es aufgrund der Sturmwetterlage zu mehr als 500 Feuerwehreinsätzen in der ganzen Steiermark. Windspitzen von mehr als 120 km/h ließen Bäume umstürzen und deckten Dächer ab. Etwa 2000 Haushalte waren Freitagfrüh ohne Strom. Die B64 im Bereich der Weizklamm bleibt bis Dienstag gesperrt.

Von Donnerstagfrüh bis Freitagnachmittag kam es zu insgesamt 523 Feuerwehreinsätzen in der Steiermark, davon waren 435 direkt auf das Sturmgeschehen zurückzuführen. 264 Feuerwehren mit etwa 1900 Mitgliedern standen im Einsatz. „Es gab keinen Bereich, der nicht betroffen war“, sagt Thomas Meier, Sprecher des Landesfeuerwehrverbandes Steiermark. Die am stärksten betroffenen Regionen sind Graz-Umgebung (bisher 113 Alarmierungen), Weiz (109), Hartberg (83), Feldbach (41), Fürstenfeld (28) und Leibnitz (27).

Die Hauptaufgabe der Feuerwehren liegt im Freiräumen von Straßen, denn umgestürzte Bäume blockieren vielerorts Verkehrswege. Aber auch abgedeckte Dächer sowie Bäume auf Strom- und Telefonleitungen beschäftigen die Einsatzkräfte. Gegen 13 Uhr löste im Norden von Graz-Umgebung eine gerissene Stromleitung sogar einen Waldbrand aus, der aber mittlerweile gelöscht ist. 

Kein Vergleich mit Schneechaos im Februar
Laut Urs Harnik, Sprecher der Energie Steiermark, waren Freitagvormittag etwa 80 Trafostationen außer Betrieb, konzentriert im Bereich Frohnleiten bis Birkfeld. Die Ober- und die Südsteiermark blieben verschont. Etwa 2000 Haushalte hatten Freitagfrüh keinen Strom. Die Reparaturarbeiten gingen aber rasch voran, am Abend waren noch 15 Trafostationen außer Betrieb, großteils in dünn besiedelten Gebieten. In Summe haben noch 300 Haushalte keinen Strom. 

B64 in der Weizklamm gesperrt: „Situation ist ernst“
Wie das Land Steiermark Freitagmittag bekannt gibt, ist auch die B64 im Bereich der Weizklamm aus Sicherheitsgründen gesperrt. Grund dafür ist auch hier die aktuelle Wetterlage und mehrere Steinschläge. Eine sichere Nutzung der Straße sei derzeit nicht möglich. Die Sperre bleibt bis mindestens kommenden Dienstag, 31. März, aufrecht.

Am Montag wird eine spezialisierte Fachfirma mit den Aufräum- und Sicherungsarbeiten beginnen. Zudem muss eine abschließende Begehung eines Sachverständigen am Montagabend stattfinden. Erst danach kann die Straße wieder freigegeben werden. Verkehrslandesrätin Claudia Holzer betont: „Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer sowie der Einsatzkräfte hat oberste Priorität. Die Situation in der Weizklamm ist ernst, und wir handeln mit der notwendigen Sorgfalt.“ 

Bäume blockieren Straßen
Gefordert waren etwa die Feuerwehren Weißkirchen und Kleinlobming (Bezirk Murtal), die aufgrund des Sturms zu mehreren umgekippten Bäumen auf der Gaberlbundesstraße ausrückten. Die Kameraden mussten die Straße absichern, damit sie anschließend gemeinsam mit unterstützenden Landwirten samt Forsttraktoren wieder freigeräumt werden konnte. 

Auf der Gaberlbundesstraße im Bezirk Murtal stürzten mehrere Bäume um.
Auf der Gaberlbundesstraße im Bezirk Murtal stürzten mehrere Bäume um.(Bild: FF Weißkirchen)
Auf der Gaberlbundesstraße im Bezirk Murtal stürzten mehrere Bäume um.
Auf der Gaberlbundesstraße im Bezirk Murtal stürzten mehrere Bäume um.(Bild: FF Weißkirchen)
Die Feuerwehren Weißkichen und Kleinlobming wurden von Landwirten unterstützt.
Die Feuerwehren Weißkichen und Kleinlobming wurden von Landwirten unterstützt.(Bild: FF Weißkirchen)
Die Feuerwehr Pöllau musste bereits in der Nacht ausrücken.
Die Feuerwehr Pöllau musste bereits in der Nacht ausrücken.(Bild: Feuerwehr Pöllau)

Dächer abgedeckt
Die Feuerwehr Pöllau (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) meldet am Freitagmorgen acht Sturmeinsätze. Auch hier mussten zahlreiche Bäume weggeräumt werden. Hinzu kam die Sicherung eines Daches eines Wirtschaftsgebäudes, welches droht, vom Wind abgedeckt zu werden.

Auch in Graz rissen Windböen in der Nacht bei einem zweigeschoßigen Mehrparteienhaus in der Wienerstraße Teile der Blechhaut des Daches aus der Befestigung. Die Blechteile stellten eine Gefahr für den Verkehr dar, da sie auf die Straße zu stürzen drohten. Die Berufsfeuerwehr Graz rückte aus, um das Dach zu entfernen und sichern. Dabei mussten auch drei Fahrzeuge evakuiert werden. 

Auch die Feuerwehr St. Lorenzen am Wechsel ist mit Aufräumarbeiten beschäftigt.
Auch die Feuerwehr St. Lorenzen am Wechsel ist mit Aufräumarbeiten beschäftigt.(Bild: FF St. Lorenzen)
(Bild: FF St. Lorenzen)
(Bild: FF St. Lorenzen)
(Bild: FF St. Lorenzen)

In der Gemeinde St. Lorenzen am Wechsel (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) sind mehrere Straßen gesperrt. Die Feuerwehr ist bereits seit Donnerstag, 16 Uhr, im Einsatz. Betroffen von den Sperren sind demnach die Gemeindestraße zwischen St. Lorenzen und Bruck-Tatzgern und die Straße über Riegelhaide bis zur L416.

In der Obersteiermark wurde auch der Schneefall zum Thema.
In der Obersteiermark wurde auch der Schneefall zum Thema.(Bild: FF Weng)
(Bild: FF Weng)

Schnee in der Obersteiermark
In der Obersteiermark kam zum Sturm auch Schneefall hinzu. Die Feuerwehr Weng (Bezirk Liezen) musste am Donnerstagabend zu einem Verkehrsunfall auf der B117 ausrücken. Eine Pkw-Lenkerin dürfte die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren haben und rutschte in den Straßengraben. Dabei wurde sie leicht verletzt. 

Freitagnachmittag weht immer noch ein starker Wind in der Steiermark. „Die Spitzen erreichen nach wie vor 70 bis 80 km/h“, sagt Steffen Dietz vom Wetterdienst Ubimet. Das wird sich auch bis zum Abend nicht verändern, in der Nacht beruhigt sich der Sturm allerdings. Am Samstag und Sonntag wird der Wind endlich schwächer. Böen zwischen 60 und 70 km/h sind dennoch möglich. „Der Sturm stellt dann keine so große Gefahr mehr dar“, fügt Dietz an. Am Montag sollte sich die Sturmlage dann entspannen und der Wind deutlich schwächer werden.

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