Zum 20-Jahre-Jubiläum lässt Bestseller-Autor Sebastian Fitzek Albträume wahr werden. Im Interview mit der krone.at erzählt er von seinen Anfängen bis hin zum neuen Horror-Thriller „REM“.
Eigentlich sieht er ja ganz harmlos aus, ist Vater von fünf Kindern und lacht gerne. Kaum zu glauben, dass gerade er uns seit 20 Jahren mit blutrünstigen Thrillern das Fürchten lehrt. „In Wahrheit bin ich ein sehr ängstlicher Mensch. Ich habe als Kind viel zu früh ,Aktenzeichen XY‘ gesehen. Das hat mich traumatisiert“, verrät Sebastian Fitzek schmunzelnd im „Krone“-Interview. „Aber generell sind alle tollen Thriller-Autoren, die ich kenne, absolute Weicheier und Angsthasen.“
Weil Angriff bekanntlich die beste Verteidigung ist, lässt er seinen Dämonen freien Lauf – sehr zum Gefallen seiner treuen Fans. Der erste schaurige Geistesblitz traf ihn einst im Wartezimmer eines Arztes. Daraus entstand der Dauer-Bestseller „Die Therapie“, der 2006 veröffentlicht wurde. „Die Startauflage lag bei ca. 2500 Stück“, erinnert sich Fitzek. „Das hielt ich für eine große Menge – bis mich meine Lektorin darauf aufmerksam machte, dass es in Deutschland 5500 Buchhandlungen gibt. Also nicht einmal ein halbes Buch pro Geschäft.“
Verleitet zu einer naiven Fehlentscheidung
Weil er so gar nicht an den Erfolg glaubte, „hat es mich zu der naiven Fehlentscheidung verleitet, meine E-Mail-Adresse ins Buch zu schreiben. Ich dachte, da kommen nur drei Zuschriften pro Tag. Am Ende waren es um die 30.000. Seitdem habe ich die Adresse trotzdem in jedem Buch angegeben – und es kommen wirklich schöne Zuschriften.“
Etwa die einer Frau, die dem Autor von ihrem schrecklichsten Date berichtete. Es herrschte peinliches Schweigen – das sie mit der Frage durchbrechen wollte: Was liest du denn eigentlich? „Dann haben sie begonnen, darüber zu diskutieren, welches Fitzek-Buch das beste sei. So heftig, dass sie sich doch noch einmal getroffen haben. Heute sind sie verheiratet und haben zwei Kinder.“
Zu seinem Jubiläum wagt sich der 54-Jährige in ein neues Terrain: Horror. Doch worin liegt eigentlich der Unterschied zum Thriller? „Der psychologische Thriller streift häufig die Grenze des Übernatürlichen nur, nehmen wir beispielsweise Schlaf oder Hypnose. Im Horror-Genre gibt es übersinnliche Elemente, die nicht mit den Mitteln der Wissenschaft zu erklären sind.“
Für das Abtauchen in diese ganz finsteren Gefilde holte er sich Unterstützung. „Mich beschäftigte schon lange die Idee: Was wäre, wenn wir unsere Träume am nächsten Tag noch einmal ansehen könnten und Albträume plötzlich real wären. Ich wusste, dass mich die Antwort ins Horror-Genre führen würde, in dem ich nicht ganz so firm bin“, so Fitzek. „Dann traf ich Annika Strauss. Sie hat in 40 Horrorfilmen mitgespielt – also eine echte Expertin.“ Beim gemeinsamen Schreiben gab es eine wichtige Regel: „Die bessere Idee schlägt die gute.“
An „guten und besseren“ Ideen mangelt es dem „harmlosen“ Autor offensichtlich bislang nicht. Auf die nächsten 20 Jahre Nervenkitze
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