Angestellt als Manager

Bürgermeister wegen Gemeinde-Job in der Kritik

Niederösterreich
26.03.2026 05:30

Weil der Langzeit-Ortschef von Krummnußbaum auch als „Gemeinde-Manager“ angestellt ist, sieht sich dieser nicht zuletzt in Sparzeiten (politischem) Gegenwind ausgesetzt. Doch damit kann er leben...

Krumnußbaum ist ein 1700-Seelen-Ort im Bezirk Melk. Seit 2010 sitzt mit Bernhard Kerndler ein Langzeit-Bürgermeister der absolut regierenden ÖVP im Amt. So weit, so unspektakulär.

Wäre da nicht auch Kerndlers Beruf. Seit 2017 ist der davor als Vollerwerbslandwirt tätige Politiker offiziell nämlich für 20 Stunden als „Gemeinde-Manager“ angestellt. Ein Job, den er damals mit der Mehrheit seiner ÖVP im Gemeinderat abgesegnet bekam.

Kritik der Opposition
Die SPÖ war seit jeher dagegen, auch die mittlerweile im Gemeinderat vertretene FPÖ gilt als Kritiker. Man sehe nicht ein, dass Kerndler zusätzlich zu seinen Bürgermeister-Aufgaben auch noch hauptberuflich dafür arbeiten müsse und Geld verdiene. Die Rede ist immerhin von einem jährlichen Zuverdienst von 44.000 Euro, der nun aber aufgrund von Konsolidierungsmaßnahmen halbiert werden soll. Zuletzt kursierte auch ein anonymes Schreiben, in dem vor allem dieses Gehalt angeprangert wird.

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Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht. Nachdem wir bei der Wahl so gut abgeschnitten haben, dürften die Bürger auch kein Problem damit haben. 

Bürgermeister Bernhard Kerndler über seinen Job.

Beides stimme so nicht, betont der 53-Jährige im „Krone“-Gespräch. Die Summe sei mehr als überzogen, bleibe aber weiterhin gleich. Die Kosten für die Gemeinde sollen aber tatsächlich reduziert werden – durch Fördermittel, indem nun gezielt auch um Personalkosten angesucht werde.

„Gemeinde profitiert davon“
„Ich lebe für die Gemeinde, habe unzählige Projekte umsetzen und Fördergelder lukrieren können, die es jetzt nicht in dieser Form geben würde, wenn ich nicht auch hauptberuflich dort arbeiten würde“, verteidigt sich Kerndler. Unter seiner Führung habe man auch um 300 Einwohner zulegen und das Image des Nussorts deutlich verbessern können. „Die Gemeinde profitiert von meiner Arbeit“, betont Kerndler, der vor allem politischen Gegenwind wegen seines Jobs gewohnt ist. „Normalerweise aber nur vor einer Wahl“, merkt er an.

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