Französin empört

Biathlon-Zoff: „Nie wird über Opfer gesprochen“

Biathlon
15.06.2026 09:19
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Knapp ein Jahr nachdem Betrugsvorwürfe gegen die französische Biathletin Julia Simon aufgekommen waren, beschäftigt Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet die Causa nach wie vor. „Wir fokussieren uns immer auf die Beschuldigten, aber nie wird über die Opfer gesprochen“, kritisierte die 29-Jährige vor allem das Verhalten des Verbandes.

Zur Erinnerung: Im Herbst 2025 waren Vorwürfe ans Licht geraten, Simon habe Braisaz-Bouchet sowie einem weiteren Mitglied des Stabs der französischen Nationalmannschaft Kreditkarten gestohlen. Zwar war Simon daraufhin ein sechsmonatiges Verbot an Wettkämpfen und Trainings ausgesprochen worden – fünf davon allerdings auf Bewährung, wodurch sie an den Olympischen Winterspielen teilnehmen und Antholz mit drei Gold- sowie eine Silbermedaille verlassen durfte. 

(Bild: Kronen Zeitung)

„Nichts geändert“
Nun, vier Monate später, rechnete Braisaz-Bouchet mit ihrem Verband ab, dieser habe dem Fall nicht ausreichend Beachtung geschenkt, so ihr Vorwurf. „Ich habe drei Jahre nichts gesagt. Ich habe mir immer wieder eingeredet, dass die Wahrheit herauskommen würde. Aber als die Justiz ihr Urteil gesprochen hat, habe ich erkannt, dass sich nichts geändert hat“, kritisierte Braisaz-Bouchet. „Ich habe mich absolut nicht respektiert gefühlt. Wir fokussieren uns immer auf die Beschuldigten, aber nie wird über die Opfer gesprochen. Die Gesellschaft sollte anders funktionieren.“

Julia Simon hatte mit Braisaz-Bouchets Kreditkarte Einkäufe in Höhe von über 2000 Euro getätigt
Julia Simon hatte mit Braisaz-Bouchets Kreditkarte Einkäufe in Höhe von über 2000 Euro getätigt(Bild: GEPA)

Was die fünffache Weltmeisterin besonders stört: „Normalerweise gibt es keine Handlungen ohne Konsequenzen. Man kann sich nicht rücksichtslos verhalten. Für mich ist das unmöglich. Das ist das Gefühl, das ich hatte.“ Erst vor wenigen Tagen hatte Braisaz-Bouchet erklärt, sich nicht mit Frankreichs Team auf die kommende Saison vorzubereiten. „Ich konnte in einer dysfunktionalen Gruppe nicht mehr funktionieren. Ich habe mich für jeden verbogen und wollte unbedingt, dass es funktioniert. Aber es hat nicht funktioniert“, gebründete die Athletin. 

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