Neues Ausstellungsjahr

GrazMuseum: Die Demokratie wird zum Dauerbrenner

Steiermark
25.03.2026 09:00

Mit einer Ausstellung über die archäologischen Funde am Gelände des ehemaligen Lagers Liebenau startet das GrazMuseum ins neue Jahr. Auch eine große 70er-Ausstellung steht heuer an, zudem verstärkt man die Online-Angebote. Und im GrazMuseum Schloßberg eröffnet demnächst ein neuer Wundergarten.

Was können uns archäologische Funde – etwa jene aus dem Areal des ehemaligen NS-Lagers Liebenau – über den Alltag an solchen Orten und dessen Bedeutung für die Gegenwart sagen? Dieser Frage geht das GrazMuseum in der neuen Ausstellung „Lager Liebenau. Ausgraben und Erinnern“ durchaus kritisch nach.

Während man bei manchen Objekten, die dort im Boden waren, nur vermuten kann, dass sie über die dort untergebrachten Zwangsarbeiter dorthin kamen, erzählen andere direkte und persönliche Geschichten – etwa ein Kamm, auf den eine Zwangsarbeiterin ihren Namen geritzt hat: „Der Kamm hat wohl geholfen, sich bei den teils unmenschlichen Bedingungen im Lager noch menschlich zu fühlen“, sagen die Kuratorinnen Susanne Lamm und Annette Rainer. Die Schau ist bis 6. September zu sehen.

Ausgrabungen im Lager Liebenau
Ausgrabungen im Lager Liebenau(Bild: Argis Archäologie Service)

Demokratie ein weiteres Jahr im Fokus
Mit der Eröffnung dieser Ausstellung am Mittwoch startet das GrazMuseum auch ins neue Ausstellungsjahr, das so wie das Vorjahr unter dem Motto „Stadt und Demokratie“ steht. So wird etwa die große Ausstellung „Demokratie, heast!“ aufgrund des großen Besucherinteresses um ein Jahr verlängert und mit Blick auf die Gemeinderatswahlen auch laufend aktualisiert. Zudem widmet man sich ab Juni mit der Ausstellung „Morgen war alles besser. Die 70er in Graz“ einem besonders bewegten Jahrzehnt in der Geschichte der Landeshauptstadt. Im Hof des GrazMuseum Schloßberg hingegen ist aktuell eine Baustelle – hier entsteht nämlich ein neuer Wundergarten, der am 12. April bei einem großen Fest eingeweiht wird.

Und auch digital sollen künftig immer mehr Teile der Sammlung des Museums abrufbar sein. Im Laufe der kommenden Wochen wird die „Online-Sammlung“ freigeschaltet, in der vorerst rund 600 Kulturgüter aus der Geschichte der Stadt virtuell präsentiert werden – darunter etwa auch 350 Fundstücke des Lagers Liebenau. Zudem steht mit der Plattform www.grazsammeln.at auch ein Modul zur Verfügung, über das die Bürger der Stadt digitale Daten (wie etwa Fotos) zur Archivierung einreichen können.

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