Steigende Spritpreise

„Pendler gehören entlastet, es bedroht Existenzen“

Steiermark
24.03.2026 17:00

Die Spritpreise in Österreich sind auf einem Rekord-Hoch. Der Obmann der steirischen Pendlerinitiative, Walter Semlitsch, fordert 50 statt 10 Cent Entlastung von der Regierung. Autofahrer an Tankstellen meinen: „Ich tanke nicht mehr ganz voll.“

Dienstagvormittag. Es ist ruhig an einer Grazer Tankstelle. Ein Klein-Lkw bleibt stehen. „Zum Glück ist das ein Firmenauto, ich muss die Kosten nicht tragen“, sagt der Herr hinter dem Steuer. Privat versuche er, viel mit dem Rad zu fahren.

Die Spritpreise in Österreich sind seit Ausbruch des neuen Nahost-Kriegs gewaltig gestiegen. Diesel kostet über 2 Euro, Benzin lag am Dienstag noch knapp darunter. „Ich tanke jetzt nur zur Hälfte voll“, sagt Sandra Archan – den Blick auf die Zapfsäule der Tankstelle gerichtet. Sie wohnt im Grazer Umland, mit den Öffis sei der Weg in die Stadt „schon zach“. Auch sie versucht den Umstieg aufs Rad für private Zwecke. Immer gehe das aber nicht.

Sandra Archan tankt nicht ganz voll
Sandra Archan tankt nicht ganz voll(Bild: Krone/Schaupp)

Noch hofft Archan, dass sich die Lage wieder bessert. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir keine Treibstoffdepots haben.“ Sie ist verärgert, dass die Normalbürger die direkten Konsequenzen des Kriegs spüren, und wünscht sich Maßnahmen von der Regierung.

„Es ist so unglaublich teuer ...“
„Meine Eltern haben ein Geschäft, ich kaufe viel für sie ein, dafür brauche ich das Auto“, meint Eva Cascic, die als Nächste angefahren kommt. „Es ist schlimm, es ist so unglaublich teuer, und die Preise steigen vom einen auf den anderen Tag.“ Wenn es geht, versucht Cascic aufs Auto zu verzichten.

„Pendlereuro müsste verzehnfacht werden“ 
Doch was, wenn der Verzicht auf den Pkw nicht möglich ist? „Für die Leute, die auf ihr Auto angewiesen sind, um ihr tägliches Brot zu verdienen, ist das aktuell ein Wahnsinn“, meint Walter Semlitsch. Der Obmann der steirischen Pendlerinitiative spricht von einer „existenzbedrohenden Angelegenheit“. Die Politik reagiere aus seiner Sicht zu langsam. Derzeit steht ja eine Spritpreisbremse – 10 Cent Entlastung pro Liter – im Raum. Das wäre für Semlitsch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Es bräuchte 50 Cent Entlastung und der Pendlereuro müsste verzehnfacht werden, um einen Kollateralschaden zu vermeiden!“

Viele aus dem Leibnitzer Raum fahren aktuell nach Slowenien zum Tanken.

Walter Semlitsch

Steirischer Pendler-Obmann

Sorge vor Kettenreaktion
Andere Länder wie Slowenien würden Regelungen zusammenbringen – „an der Grenze staut es sich, weil die Leute dort tanken“ –, Österreich blockiere sich selbst, meint er. Nicht jeder könne alternativ auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. „Österreich darf jetzt nicht schlafen! Wir haben uns wirtschaftlich gerade erst gefangen, das könnte eine Kettenreaktion auslösen, Lieferkosten steigen dann, Lebensmittelpreise ... Es braucht sofort Lösungen und nicht lange parteipolitische Diskussionen!“

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