19.06.2014 09:00 |

NextGen-Premiere

"Worms Battlegrounds": Rückkehr der Kult-Würmer

Lange bevor wütende Vögel und grüne Schweine sich bekriegten, dominierten sie die Spielewelt: Team17s "Worms". Fast 20 Jahre und knapp 30 Ableger nach ihrem ersten Erscheinen feiern die zänkischen Würmer jetzt mit "Worms Battlegrounds" ihren Einstand auf Xbox One und PS4.
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"Worms Battlegrounds" ist der bis dato umfangreichste Ableger der 1995 gestarteten Serie. Zum relativ kleinen Preis von rund 25 Euro via Xbox Live und PlayStation Network erhältlich, bietet das rundenbasierte Strategiespiel zahlreiche neue Waffen und Levels sowie altbekannte und neue Spielvarianten, sowohl on- als auch offline. Ebenfalls im Preis inkludiert ist der bereits bekannte Level-Editor, mit dem sich der Spielspaß praktisch unendlich fortsetzen lässt.

Superschaf und Bananenbombe
Das eigentliche Spielprinzip wurde, wie nicht anders zu erwarten, beibehalten. Nach wie vor gilt es, mit einem Team mehr oder minder bewaffneter und ausgerüsteter Würmer gegen andere Teams von Würmern auf zumeist zufällig generierten 2D-Schlachtfeldern in den Kampf zu ziehen und ihnen das Lebenslicht auszublasen. Mittel und Wege, dies zu bewerkstelligen, gibt es viele. Brachialos greifen zu Bazooka, Uzi oder Dynamit; wer es erübrigen kann zu Superschaf, Heiliger Granate oder Bananenbombe. Wirkliche Sadisten wissen aber: Erniedrigt und in seiner Ehre verletzt ist der Feind erst, wenn man ihn ganz beiläufig mit einem Stupser über die Klippe in den Tod befördert.

Story-Modus und andere Neuerungen
Wer die hohe Kunst des Wurmkrieges noch nicht beherrscht, kann dies im Story-Modus von "Worms Battlegrounds" nachholen. Verpackt in eine unterhaltsame Geschichte um einen größenwahnsinnigen Wurm namens Lord Crowley-Mesmer, der eine Bedrohung für die gesamte Spezies darstellt, gilt es, sich durch insgesamt 25 Missionen in fünf neuen Umgebungen zu kämpfen: Prähistorisch, Wikinger, Feudales Japan, Inkas und Industrielle Revolution.

Neben einem dynamischen Tag-Nacht-Wechsel warten die Levels erstmals mit sogenannten "Apparaten" auf: physikalischen Objekte wie Türen oder sich bewegende Plattformen, die zum Teil durch entsprechende Schalter und Hebel erst ein- oder ausgeschaltet werden müssen, wodurch sich neue strategische Herausforderungen ergeben.

Der Schwierigkeitsgrad der Missionen steigert sich langsam, aber kontinuierlich und führt Einsteiger so behutsam in die Materie ein. Ist ihre Mission von Erfolg gekrönt, winken neue Anpassungsobjekte für das eigene und gewohnt vielfältig individualisierbare Wurm-Team, die sich in lokalen und Online-Spielen tragen und benutzen lassen.

Wurm-Ops-Herausforderungen
Zu den lokalen Modi zählen neben dem Story- und dem Versus-Modus (Deathmatch/Festung) für bis zu vier Spieler (leider nur in einer Hotseat-Variante, bei der der Controller nach jedem Zug weitergereicht werden muss) auch die sogenannten Wurm-Ops-Missionen, von denen es zehn an der Zahl gibt. Sie halten unterschiedliche Herausforderungen bereit, die es schnellstmöglich zu meistern gilt, um in den Bestenlisten nach oben zu klettern und weitere Anpassungsobjekte freizuschalten.

Würmer, vereinigt euch!
Online dürfen sich die Würmer in einem schnellen oder Ranglisten-Spiel für zwei bis vier Spieler austoben, darüber hinaus können Gamer eigene Clans gründen oder diesen beitreten, um in Ligen gegen den Rest der Wurmwelt anzutreten. Dafür erhalten sie Punkte, Beförderungen oder "Community-Auszeichnungen", die allesamt der "Erhabenheit des Clans" dienen. Doch Vorsicht: Wer versagt, kann vom Stammesfürsten, sprich: Clan-Oberhaupt, auch degradiert werden.

Vorsicht vor dem Geflügelten Affen
"Worms" wäre aber natürlich nicht "Worms", wenn es nicht auch wieder einen reichhaltigen Fundus an Waffen- und Ausrüstungsgegenstände bereithalten würde. Mit insgesamt 65 Waffen und Items, zehn davon brandneu, bietet "Worms Battlegrounds" das bislang größte Arsenal. Das macht es im Gefecht allerdings auch nicht immer leicht, schnell den passenden (Schieß-)Prügel zu finden. Zu den neuen Waffen zählen unter anderem der Mega-Mörser und der Geflügelte Affe, bei den Items warten die Teleportations-Strahlenkanone oder das Aqua-Pack darauf, benutzt zu werden.

Unterschiedliche Wurmklassen
Last, but not Least sind die Unterschiede zwischen den insgesamt vier verschiedenen Wurmklassen – Soldat, Aufklärer, Schläger und Wissenschaftler - nun deutlicher. Jede Klasse hat ihre eigenen Attribute, was dem Spieler in den Missionen zum Vor-, aber auch Nachteil gereichen kann. So kann der Aufklärer etwa flinken Fußes an Minen vorbeispazieren, ohne diese auszulösen, dafür jedoch weniger Treffer einstecken als der Schläger, der wiederum deutlich träger ist – was spätestens dann zum Problem wird, wenn im Sudden-Death-Modus der Meeresspiegel unaufhaltsam steigt und man sich auf den höchsten Punkt retten muss, um als strahlender Sieger aus der Schlacht hervorzugehen.

Fazit: "Worms Battlegrounds" bietet reichlich Spiel und Spaß für wenig Geld, und das dank NextGen-Power auf Xbox One und PS4 in ansehnlicher Optik. Man fühlt sich fast schon ein wenig erschlagen von der Fülle an Optionen und Modi, zumal die erläuternden Erklärungen in eine eigene "Hilfe"-Rubrik verfrachtet wurden, anstatt an den entsprechenden Stellen im Menü aufzuscheinen. Einsteiger tun sich demnach anfangs womöglich etwas schwer, wenngleich der Story-Modus gute Aufklärungsarbeit bei der Einschulung in grundlegende Spielmechaniken und die Verwendung der wichtigsten Utensilien leistet. Alte "Worms"-Hasen finden sich hingegen umgehend zurecht und erfreuen sich am bewährten Spielprinzip, das zwar nicht viele, dafür aber sinnvolle Neuerungen und Verbesserungen bietet. Kurzum: Für Fans führt an "Worms Battlegrounds" kein Weg vorbei. Alle anderen sollten spätestens jetzt die Gelegenheit nutzen und einen Blick auf den neuesten Teil der Kultserie werfen.

Plattform: Xbox One (getestet), PlayStation 4
Publisher: Team17
krone.at-Wertung: 8/10

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