Polizei ermittelt

Giftköder! Weshalb musste Hündin „Milli“ sterben?

Tirol
22.03.2026 06:00
Porträt von Pascal Pali
Von Pascal Pali

Giftköder-Alarm in St. Johann in Tirol: Ein zweijähriger Hund ging elendiglich zugrunde. Und das war bisher nicht der einzige Fall. Hundebesitzer im Großraum St. Johann sollten auf der Hut sein.

Es ist eine Tat, die fassungslos macht. In St. Johann kam es in der vergangenen Woche zu gleich zwei Fällen, bei denen Hunde einen ausgelegten Giftköder schluckten. Hündin „Milli“ erlag daran nur einen Tag vor ihrem zweiten Geburtstag.

Auch am Donnerstag warnte der „Wau-Wau-Treff Hundewiese St. Johann“ vor einem Köder, diesmal in Form von Käsewürfeln. Die Verantwortliche, Claudia Pali, war in den vergangenen Tagen damit beschäftigt, die Bevölkerung zu informieren und aufzuklären: „Wir möchten weder Panik verbreiten noch Hass schüren. Bitte habt euren Hund im Blick, entfernt potenzielle Köder und informiert umgehend die Polizei“, appelliert Pali.

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„Milli“ bekam plötzlich krampfartige Anfälle, zitterte am ganzen Körper und die Beine knickten auch zusammen.

Die Besitzerin

Die Polizei nahm die Ermittlungen auf, der Mageninhalt der Hündin wird auf Anordnung der Staatsanwaltschaft untersucht. Dem Täter drohen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe. Eine große Gefahr geht auch davon aus, wenn Kinder oder Babys beim Spielen auf der Wiese oder auf dem Boden einen Giftköder in den Mund nehmen oder sogar schlucken. Dies kann ebenfalls zum Tod führen.

(Bild: Privat)
(Bild: Privat)
(Bild: Privat)

„Unverständlich, warum es solche Menschen gibt“
Die Familie von „Milli“ rechnete am vergangenen Dienstag wohl am allerwenigsten damit, was sich in den kommenden Stunden abspielen sollte: „,Milli‘ entwischte durch eine offen stehende Terrassentüre und lief in den angrenzenden Park. Nachdem das gleich bemerkt wurde, konnte sie auch schnell wieder nach Hause gebracht werden. Nach rund drei Stunden begann jedoch der Todeskampf. ,Milli‘ bekam plötzlich krampfartige Anfälle, zitterte am ganzen Körper und die Beine knickten auch zusammen. Der verzweifelte Blick und diese Anfälle bleiben in Erinnerung“, meint die Besitzerin.

Milli war seit 2024 wichtiger Teil der Familie
Auf Wunsch der beiden Söhne wurde „Milli“ im Oktober 2024 ein Teil der Familie. „Es war von Tag eins an so, dass vor allem unser Sohn Max Verantwortung für ,Milli‘ übernommen hat. Jeden Tag stand er um 5.45 Uhr auf, um mit ,Milli‘ rauszugehen, sie dann gefüttert und versorgt hat, bevor es in die Schule ging. Den Vormittag verbrachte ,Milli‘ bei meinen Eltern, für die der Hund eine wesentliche soziale Bereicherung darstellte“, erzählt die schockierte St. Johannerin.

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So haben wir unsere tote „Milli“, ein paar Stunden vor ihrem 2. Geburtstag, auf einem Tisch liegend, beim Tierarzt verabschieden müssen.

Die Besitzerin

Ihren zweiten Geburtstag feierte „Milli“ über der Regenbogenbrücke. „Am Morgen nach dem Vorfall kam leider keine Entwarnung, der Tierarzt versuchte immer noch, ,Milli‘ – den Glücklichmacher und Sorgenfresser meines Sohnes – zu retten. Schließlich erreichte uns am frühen Nachmittag der Anruf, dass es keinen Sinn mehr macht und der Hund vom Leiden erlöst werden muss. So haben wir unsere tote ,Milli‘, ein paar Stunden vor ihrem 2. Geburtstag, auf einem Tisch liegend, beim Tierarzt verabschieden müssen“, erzählt sie.

(Bild: Privat)

Die Frage nach dem Warum kann wohl niemand beantworten – außer der Täter selbst. Was bleibt, ist eine Familie mit zwei Söhnen, die sich sehnlichst einen tierischen Freund gewünscht und diesen in ihr Herz geschlossen haben. Muss man seinen offensichtlichen Hass gegen Hunde damit ausleben, einen Hund auf qualvolle Art und Weise über mehrere Stunden hinweg sterben zu lassen?

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