Nesthocker in Italien
Frau setzte Sohn (31) per Gericht vor die Tür
Eine italienische Mutter hat vor Gericht durchgesetzt, dass ihr 31-jähriger Sohn aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen muss. Das Zusammenleben mit ihm sei unzumutbar geworden, sagte sie. Er habe sich weder an den Haushaltskosten beteiligt noch Regeln eingehalten.
Zum Zeitpunkt der Klage hatte der Mann eine unbefristete Anstellung als Kellner, das Nettoeinkommen betrug aber nur etwa 1400 Euro. Während des laufenden Verfahrens kündigte er seine Stelle. Das Gericht in der norditalienischen Stadt Ravenna sah darin aber keinen Grund, die Unterhaltspflicht wieder aufleben zu lassen. Mit 31 Jahren sei grundsätzlich von einer eigenständigen Lebensführung und voller Erwerbsfähigkeit auszugehen, urteilte es. Der Mann müsse sich daher eigenständig um Arbeit bemühen.
Auch ein Anspruch auf ein weiteres Zusammenleben in der Eigentumswohnung der Mutter bestehe nicht mehr. Grundsätzlich hätten Eltern das Recht, von volljährigen Kindern zu verlangen, die Familienwohnung zu verlassen. Sie müssten ihnen lediglich eine angemessene Frist dafür einräumen. Laut dem Urteil muss der Italiener die Wohnung nun bis Ende Juni verlassen und ungefähr 3000 Euro Verfahrenskosten zahlen.
Mehrheit der unter 35-Jährigen lebt bei Eltern
Italien hat den Ruf als Land der Nesthockerinnen und Nesthocker. Der Anteil der jungen Menschen, die bis zum Alter von 35 Jahren in der Herkunftsfamilie wohnen, liegt bei 61,2 Prozent. Dieser Wert ist in den vergangenen 20 Jahren um fast drei Prozentpunkte gestiegen. Im Gegensatz dazu gingen Eheschließungen in unserem Nachbarland zurück.
Der Trend, nicht rasch auszuziehen, verstärkt sich laut Studien in wirtschaftlich schlechten Zeiten. In Österreich hat die Zahl der Menschen zugenommen, die mit über 44 Jahren bei der Herkunftsfamilie wohnen. Insgesamt lebte etwa ein Viertel (26 Prozent) der Bevölkerung im vergangenen Jahr mit den Eltern in einem gemeinsamen Haushalt. Ab dem 30. Lebensjahr ist es jede zehnte Person. Darunter sind tendenziell mehr Männer als Frauen.









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