Zu viel Vertrauen

Diebin hereingelassen: Putzfrau staubte Schmuck ab

Oberösterreich
20.03.2026 09:00

Zu vertrauensselig sind viele Oberösterreicher – und nicht nur die: So werden oft Personen in die eigenen vier Wände gelassen, die man viel zu wenig kennt und dennoch dürfen diese sich dann auch alleine hier aufhalten. Da macht Gelegenheit auch schon mal Diebe, wie der Fall einer Linzerin zeigt.

„Weil ich wegen meines Kreuzes dringend eine Putzkraft gebraucht hab’, habe ich eine Frau aus einer Zeitungsannonce engagiert“, berichtet die Linzerin Annemarie S. Doch statt nur Müll und Staub aus der Wohnung der 81-jährigen Ebelsbergerin zu entfernen, soll die Reinigungsdame auch gleich noch die Schmuckschatulle ausgeräumt haben. „Sie war lange im Schlafzimmer. Ich hätte ja geschaut, was sie tut, bin aber nicht mehr so mobil“, erzählt die Seniorin. Plötzlich habe die Putzkraft nicht mehr weiterarbeiten wollen, obwohl sie noch nicht fertig war: „Ich hab’ sie bezahlt, dann war sie weg“ – und ward auch nie mehr gesehen.

Nur ein Brillant-Ohrstecker blieb beim Opfer zurück
S. bemerkte den Diebstahl leider erst später. „Sie hat alles genommen, nur einen Brillant-Ohrstecker vergessen“, ist die ehemalige Wirtin, die Strafanzeige bei der Polizeiinspektion Ebelsberg erstattete, enttäuscht. Die Ermittlungen laufen. Der materielle Schaden beträgt etwa 5000 Euro, der emotionale ist aber ungleich höher. „Ich weiß nur, dass sie sich Laura genannt hat und wohl Rumänin war. Ihre Handynummer ist seither jedenfalls tot“, so Frau S. Auch bei der Lokalzeitung, in der sie das Inserat gefunden hatte, konnte man ihr nicht weiterhelfen. Aber: „Es tauchen immer wieder Annoncen mit fast genau dem gleichen Text auf, nur die Nummer ist anders.“ S. will daher andere warnen, bei derartigen Inseraten besonders vorsichtig zu sein. „Man weiß ja nie, wen man da ins Haus lässt“, mahnt die Ebelsbergerin.

Experte rät, Wertsachen unbedingt wegzusperren
Dass betagte Menschen von Einschleich- und Trickdieben gern als Opfer auserkoren werden, weiß Christian Schmidseder, Leiter des Diebstahldezernats im LKA OÖ, leider nur zu gut. Noch häufiger sind aber Langfinger bei 24-Stunden-Pflegekräften: „Wir haben Leute verhaftet, die nach ihrer Freilassung als Pflegekraft arbeiteten. Da macht man den Bock zum Gärtner.“ Wie man sich am besten schützt? „Wer fremde Menschen wie Putz- oder Pflegekräfte im Haus hat, sollte seine Wertsachen unbedingt wegsperren. Wer keinen Tresor hat, kann diese in einem Bankschließfach aufbewahren oder seine Kinder bitten, diese zu verwahren“, rät der Experte.

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