Nach einem Anstieg des Goldpreises zu Beginn des Iran-Kriegs ist die Notierung in den vergangenen beiden Wochen mehrfach unter Druck geraten. Am Mittwoch ist der Preis für eine Feinunze unter die wichtige Marke von 5000 US-Dollar gefallen.
Auch am Donnerstag ging es weiter nach unten. An der Börse in London wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4684 US-Dollar (4073,04 Euro) gehandelt und damit etwa 135 Dollar niedriger als am Vortag. Bereits am Mittwoch ging es mit dem Goldpreis deutlich nach unten, weil die Hoffnung auf sinkende Zinsen schwindet.
Fed hatte Leitzins am Mittwoch nicht verändert
Nachdem die US-Notenbank Fed den Leitzins am Mittwochabend nicht verändert hatte, signalisierten die Notenbanker für den Rest des Jahres nur noch eine Zinssenkung. Zuvor waren am Markt zwei Zinsschritte erwartet worden. Mit dem jüngsten Rückschlag entfernt sich der Goldpreis immer stärker von seinem Rekordhoch, das Ende Jänner bei knapp 5600 Dollar erreicht worden war.
Zudem hatte Fed-Chef Jerome Powell im Anschluss an die Zinsentscheidung gesagt, dass höhere Energiepreise die Inflation kurzfristig in die Höhe treiben werden. Sollte sich die Inflation dann später nicht wieder abschwächen, gebe es keinen Grund für eine Zinssenkung. Nach den Powell-Aussagen ist der Kurs des Dollar gestiegen, was den Goldpreis zusätzlich belastet hat.
Der Goldpreis tut sich schwer, seiner Rolle als sicherer Hafen in Krisenzeiten gerecht zu werden.
Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank
Dollar als Krisenwährung bei Anlegern gefragt
Bereits in den vergangenen Tagen war der Dollar als Krisenwährung bei Anlegern stärker gefragt. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat die US-Währung an Wert gewonnen. Da Gold auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird, macht eine stärkere US-Währung das Edelmetall teurer, was die Nachfrage bremst.
„Der Goldpreis tut sich schwer, seiner Rolle als sicherer Hafen in Krisenzeiten gerecht zu werden“, kommentierte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank in einer jüngst veröffentlichten Studie.
Auch Silberpreis geht weiter nach unten
Eine ähnliche Preisentwicklung wie beim Gold zeigte sich auch beim Silber. Am Donnerstag ist der Preis für das Edelmetall weiter kräftig gefallen. Die Notierung ging um knapp fünf Prozent auf 71,60 Dollar zurück. Auch beim Silber wird der Abstand zum Rekordhoch immer größer, das Ende Jänner bei 121,65 Dollar erreicht worden war.
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