Impfungen, Fälle etc.

Meningokokken-Ausbruch: So ist die Lage bei uns

Österreich
17.03.2026 17:01

Nach einem schweren Meningokokken-Ausbruch in Großbritannien mit zwei Toten sollen Hunderte Menschen vorbeugend Antibiotika einnehmen. Die Infektionen hätten sich „extrem schnell“ ausgebreitet, sagte Gyatri Amirthalingam von der britischen Gesundheitsbehörde. Wie ist die Situation in Österreich?

Laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurden für das Jahr 2024 österreichweit 15 laborbestätigte Fälle registriert. Eine Person sei an der Erkrankung gestorben. 2010 waren mit 80 Fällen noch deutlich mehr Infektionen verzeichnet worden. Europaweit liegen die Inzidenzen laut AGES zwischen 0,11 bis 1,77 Erkrankungen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. 

Meningokokken kommen ausschließlich beim Menschen vor und werden über direkten Kontakt übertragen, beispielsweise beim Husten oder Küssen. In der Regel vergehen drei bis vier, maximal zehn Tage, bis die Infektion ausbricht. Die Bakterien verursachen hauptsächlich Hirnhautentzündung oder/und Blutvergiftung. In weiterer Folge droht eine lebensbedrohliche Störung des Kreislaufs und der Organe. Mögliche Symptome sind fahle oder fleckige Haut, hohes Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteife.

Hier sehen Sie einen Tweet zum Ausbruch in Großbritannien:

Kinder und Jugendliche Risikogruppe
Erkrankte Säuglinge können die Nahrung verweigern, bei Berührung schreien, schreckhaft sein oder/und einen schlaffen Körper aufweisen. Infektionen können laut der AGES zwar in jedem Lebensalter auftreten, Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche sind jedoch besonders gefährdet. „Aufgrund der epidemiologischen Situation ist zur Erreichung eines Individualschutzes gegen invasive Meningokokken-B-Erkrankungen die Impfung für alle Kinder und Jugendliche möglichst früh ab dem vollendeten 2. Lebensmonat empfohlen. Nachholimpfungen sind bis zum vollendeten 25. Lebensjahr empfohlen“, heißt es im Österreichischen Impfplan. Erwachsenen wird diese vor allem geraten, wenn sie Immundefekte haben, in einem Labor oder einer Gesundheitseinrichtung arbeiten.

Kostenlos ist die Impfung nur zwischen dem zehnten und 13. Lebensjahr, und zwar gegen die Varianten A, C, W und Y. Das hat den Hintergrund, dass in diesem Alter ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht. Grundsätzlich sind hierzulande aber Meningokokken der Gruppe B am häufigsten. Das ist auch jene Variante, die jetzt in Canterbury nachgewiesen wurde. Laut dem britischen Gesundheitsdienst liegt die Sterblichkeitsrate bei etwa zehn Prozent. Klassische Hochrisikogebiete für die Varianten A und W sind laut dem öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs die Sahel-Zone in Afrika, die ostafrikanische Seen-Platte sowie der Nahe Osten.

So werden Erkrankungen behandelt
Eine bereits bestehende Meningokokken-Infektion muss mit Antibiotika behandelt werden. Da die Erkrankung wenige Stunden nach dem Ausbruch lebensbedrohlich werden kann, ist eine rasche Reaktion wichtig. In Großbritannien sollen nach einem Ausbruch in einer Disco mit zwei Toten nun Hunderte Menschen vorbeugend Antibiotika einnehmen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt