Die USA sind unter Präsident Donald Trump offiziell keine liberale Demokratie mehr. Das geht aus dem Demokratiebericht 2025 der schwedischen Universität Göteborg hervor. „Die Geschwindigkeit, mit der die amerikanische Demokratie derzeit demontiert wird, ist in der modernen Geschichte beispiellos“, heißt es darin.
Den Absturz im Demokratie-Index führen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem auf die Machtkonzentration bei der Regierung von Trump zurück, der gerne per Dekret regiert und damit den Kongress einschränkt. Darüber hinaus werden die Umgehung von Gerichtsurteilen, die Einschränkungen der Rechte der Bevölkerung und der Medienfreiheit angeführt. Das US-Wahlsystem wird hingegen noch als intakt bewertet.
„Der enorme Schaden, der der amerikanischen Demokratie unter der zweiten Trump-Präsidentschaft – in nur einem Jahr – bereits zugefügt wurde, sticht (...) hervor. In der Regel haben die sich autokratisierenden Länder der ‘dritten Welle‘ etwa ein Jahrzehnt gebraucht, um einen derart tiefen Einbruch zu erleben“, heißt es in dem Bericht.
Der enorme Schaden, der der amerikanischen Demokratie unter der zweiten Trump-Präsidentschaft – in nur einem Jahr – bereits zugefügt wurde, sticht (...) hervor.
Demokratiebericht der Universität Göteborg 2025
Auch Ungarn verlor Demokratie-Status
Demnach ist auch Ungarn seit 2018 keine liberale Demokratie mehr. „Orbans Regierung baute schrittweise die Kontrollmechanismen gegenüber der Exekutive ab, beeinträchtigte die Qualität der Wahlen und schränkte die Pressefreiheit sowie den Zugang zu Informationen stark ein. In jüngerer Zeit haben die regierungskritischen Proteste zugenommen, und die Opposition gegen Fidesz organisiert sich im Vorfeld der Wahlen im April 2026“, begründeten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Varieties-of-Democracy-Instituts (V-Dem) Göteborg.
Unser Nachbarland wird als Wahlautokratie eingestuft und damit als ein Land, in dem zwar Wahlen abgehalten werden, die aber nicht wirklich als frei und fair gelten. Bei der Definition einer liberalen Demokratie berücksichtigt das V-Dem-Institut den Schutz der Freiheitsrechte, die Kontrolle der Regierung durch Parlament und Gerichte, eine unabhängige Justiz und freie Wahlen.
Anteil ging weltweit zurück
Der Bericht stellte fest, dass der Anteil der Demokratien weltweit gesunken ist. „Der Grad der Demokratie für den Durchschnittsbürger in Westeuropa und Nordamerika ist auf dem niedrigsten Stand seit über 50 Jahren, was in erster Linie auf die fortschreitende Autokratisierung in den USA zurückzuführen ist“, wird ausgeführt. Weltweit habe es Ende 2025 92 Autokratien und 87 Demokratien gegeben. In Autokratien leben mehr Menschen, nämlich fast drei Viertel der Weltbevölkerung (74 Prozent). Etwas mehr als jede vierte Person (28 Prozent) lebt in einer sogenannten geschlossenen Autokratie, nur sieben Prozent der Weltbevölkerung wohnen in einer liberalen Demokratie. Österreich ist eine davon.
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