Tennis-Förderstopp

Dieser Rotstift ist Verrat am gesamten Frauensport

Oberösterreich
17.03.2026 13:30

Mit dem geplanten Förderstopp für das international renommierte Tennisturnier Upper Austria Ladies in Linz trifft die SPÖ ein Top-Event, das als Leuchtturm für den Frauensport agiert und wie kaum ein anderes gegen die männlich dominierte Sportwelt ankämpft  

Traurig! Die Rede ist von Momenten, in denen sich der Sport verraten fühlt. In denen große Worte über Gleichstellung, Förderung und Sichtbarkeit plötzlich wie leere Hüllen wirken. Die von der SPÖ rund um den Weltfrauentag vollzogene Streichung der Fördergelder für Österreichs größtes Frauensportevent ist genau so ein Moment.
Symbol für Frauensport
Das WTA-Turnier in Linz ist nämlich mehr als nur eine Woche Tennis. Es ist ein Symbol. Weniger, weil das Turnier in mehr als 150 Länder übertragen wird – eher, weil das Upper Austria Ladies dank hochkarätiger Symposien auch versucht, Frauensport weit über Tennis hinaus sichtbar zu machen. Das Design Center ist damit auch ein Platz, wo man gegen den Strom der männlich dominierten Sportwelt anschwimmt.

Linz-Siegerin Ekaterina Alexandrowa.
Linz-Siegerin Ekaterina Alexandrowa.(Bild: APA/EXPA/REINHARD EISENBAUER)

Bei allem Verständnis für Sparbudgets erinnert dieser rote Rotstift damit auch an einen Sargnagel für die gesellschaftliche Bewusstseinsbildung, obwohl die Partei des Finanzministers ihre Entscheidung natürlich sauber begründen kann: Eine Dauerfinanzierung habe man nie zugesagt, heißt es. Man müsse priorisieren und könne fehlende Sponsoren nicht ersetzen

Das klingt grundsätzlich vernünftig. Doch ist es das, wenn ein Förderstopp einem echten Leuchtturmprojekt das Licht abdrehen könnte? Einem, das bisher auch die Schattenseiten des Frauensports ausgeleuchtet hat:

 So zeigen laut einer Studie von Media Affairs 86 Prozent aller veröffentlichten Sportfotos männliche Athleten, nur 14 weibliche.

 Bei Coverfotos verschiebt sich dieses Verhältnis sogar auf 94:6 Prozent.

 Nur ein Bruchteil der TV-Sportberichterstattung zeigt Frauensport – Erfolge bleiben damit oft unsichtbar.

 In Social Media liegt der Anteil laut Analysen sogar unter sieben Prozent.

Aufgrund der geringen Präsenz gelten Sportlerinnen als weniger attraktiv für Vereine und Verbände. Auch wird es kein Zufall sein, dass in Österreich nur 17% aller Trainer weiblich sind. Doch auch Sponsoren setzen lieber auf Männer: 

 Das führt etwa wiederum dazu, dass im US-Basketball das Verhältnis der Gagen bei 108:1 liegt.

 In der deutschen Fußball-Bundesliga erhalten Spielerinnen im Schnitt rund 4.000 Euro pro Monat, während männliche Topverdiener 20 Millionen Euro pro Jahr kassieren. 

 Bei der Tour de France ist das Frauenrennen gesamt mit 250.000 Euro dotiert – der Herrensieger dagegen erhält alleine 500.000.

2025 bekam beim Skisprung-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen der Quali-Sieger 3.000 Schweizer Franken, die Siegerin ein Körbchen mit Duschgel, Shampoo und Handtüchern.
Gleiches Preisgeld
Doch es gibt Ausnahmen: Tennis zum Beispiel! Dort schüttet man bei Grand-Slam-Turnieren seit Jahren für Männer und Frauen das idente Preisgeld aus. Und ausgerechnet einem Tennis-Event streicht die SPÖ nun die Förderung – noch dazu dem größten Frauensportevent Österreichs

Sorry, Genossinnen und Genossen, das macht sprachlos: Spiel, Satz, Niederlage nicht nur für Tennis-Spielerinnen, sondern für alle Frauen – mehr fällt einem dazu nicht ein!

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