OÖ im Baskenland

Die grüne Hoffnung: Alle warten auf Wasserstoff

Oberösterreich
01.05.2026 19:00

Wasserstoff könnte in der Industrie Erdgas ersetzen und so den CO2-Ausstoß drastisch reduzieren. Doch noch befindet sich der Energieträger in einer Warteposition. Eine Delegation aus Oberösterreich war zu Gast im Baskenland, das Millionen in Wasserstoff investiert.

Die Industrie sorgt für ein Viertel der Wertschöpfung und durch die Hauptstadt fließt ein großer Fluss – man könnte fast meinen, man steht hier in Oberösterreich. Denn das Baskenland im Norden Spaniens ist vor allem wirtschaftlich mit unserem Bundesland vergleichbar. Doch der Fluss hier heißt nicht Donau sondern Nervión, und er fließt nicht durch Linz, sondern durch die größte baskische Stadt, durch Bilbao, wo letzte Woche eine Delegation aus Oberösterreich rund um Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) zu Besuch war.

Die Delegation in Bilbao wurde angeführt von Energie AG – CEO Leonhard Schitter, Landesrat ...
Die Delegation in Bilbao wurde angeführt von Energie AG – CEO Leonhard Schitter, Landesrat Markus Achleitner, Energieinstitut-Chef Robert Tichler und Energie AG – CTO Alexander Kirchner (von links).(Bild: Philipp Stadler)

900 Millionen Euro für Wasserstoff
Die spanische Region ist – so wie OÖ – zudem ein starker Wissenschaftsstandort. Vor allem zu Wasserstoff, ein farbloses Gas, wird geforscht. In dem Energieträger liegen große Hoffnungen: Er könnte einerseits Teile des Erdgases, das die Industrie benötigt, ersetzen und so den CO2-Ausstoß drastisch reduzieren. Andererseits kann überschüssige Sonnenenergie aus PV-Anlagen im Sommer in Form von Wasserstoff gespeichert und im Winter dann wieder zu Strom umgewandelt werden. 900 Millionen Euro werden im Baskenland bis 2030 in Wasserstoff investiert.

Wer macht den ersten Schritt?
Der Energieträger gilt auch in Oberösterreich als Zukunftshoffnung: „Wir glauben, dass Wasserstoff der Gamechanger zur Dekarbonisierung für die Industrie ist“, sagt Leonhard Schitter, CEO der Energie AG. Insgesamt vier Milliarden Euro will der Konzern bis 2035 in die grüne Energiewende investieren, die Hälfte davon in den Ausbau der Netze. Der Wasserstoff spielt dabei noch eine verhältnismäßig kleine Rolle: „Hier werden wir im ersten Schritt 120 Millionen Euro investieren“, sagt Schitter.

Denn trotz der großen Hoffnungen sitzen in Oberösterreich derzeit viele quasi noch im Wasserstoff-Wartehäuschen: Die Industriebetriebe warten auf wirtschaftlich tragfähige Angebote für die Lieferung von Wasserstoff. Und die Energieversorger warten auf konkrete Aufträge von Firmen, um Wasserstoffproduktionen und Pipelines auszubauen.

Im Baskenland wird eifrig geforscht – der Stromproduzent Iberdrola etwa testet unzählige Smart ...
Im Baskenland wird eifrig geforscht – der Stromproduzent Iberdrola etwa testet unzählige Smart Meter wie hier am Bild.(Bild: Philipp Stadler)

Henne-Ei-Problem
Es ist ein Henne-Ei-Problem. Wie kann es gelöst werden? „Durch Förderprojekte“, sagt Achleitner. „Unternehmen zusammenzubringen, ist Aufgabe der Politik.“ Der Landesrat verweist auf ein länderübergreifendes Wasserstoff-Förderprojekt mit Kärnten und der Steiermark. Das Projektvolumen liege bei 590 Millionen Euro, knapp 200 Millionen davon werden aus EU-Mitteln gefördert.

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