Vier Niederländer hielten das ganze Land nach einem missglücktem Coup tagelang in Atem, erst nach einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd und einem schweren Unfall war die Flucht zu Ende. Nun hat die Staatsanwaltschaft Wels Anklage gegen das Quartett eingebracht – ein Verhandlungstermin steht aber noch aus.
Nicht ganz ein Jahr ist es her, dass eine besonders brutale Bankomatensprengerbande Oberösterreich in Atem hielt. Erst nach einigen Tagen endete die Fahndung in einem schweren Unfall jenseits der bayerischen Grenze. Nun hat die Staatsanwaltschaft Wels gegen vier Niederländer mit großteils marokkanischen Wurzeln Anklage erhoben.
Auto von Maturanten geraubt
Nachdem die vier Männer zwischen 28 und 36 Jahren in Wels einen Bankomaten mit großem Erfolg gesprengt hatten, ging der nächste Coup – wie die „Krone“ berichtete – völlig schief: Der teure Audi-Fluchtwagen war durch die Detonation unbrauchbar geworden. Fündig wurden sie am Parkplatz des benachbarten Gymnasiums: Von Maturanten, die spätnachts einen Maturastreich vorbereiteten, raubten sie ein Auto, mit dem sie doch noch fliehen konnten – auf einen Modellflugplatz bei Ohlsdorf, wie sich später herausstellte.
Endstation Krankenhaus
Einige Tage später ging es weiter – mit einem gemieteten BMW, den die Polizei dank eines Peilsenders wortwörtlich auf dem Radar hatte. Nach halsbrecherischer Verfolgung war schließlich bei Altötting (Bayern) Schluss, als der BMW-SUV mit mehr als 150 km/h über einen Kreisverkehr schoss und gegen eine Böschung prallte, wobei die Insassen schwer verletzt wurden.
Täter Teil von Profibande
Die Coups waren professionell organisiert: So hatten die von Hintermännern angeworbenen Täter vier Unterkünfte angemietet, waren mit insgesamt vier Fahrzeugen angereist und hatten vor der Anreise aus den Niederlanden das Sprengen der Geldautomaten trainiert – die Beute lag zwar im niedrigen, aber dennoch sechsstelligen Bereich.
Nur teilweise geständig
Wohl aus Angst vor Konsequenzen haben sich bisher nur zwei der Angeklagten teilweise geständig gezeigt – sie wollten bis jetzt aber keine detaillierten Angaben machen. Beim Prozess stehen ihnen einige bekannte Gesichter zur Seite: Kurt Jelinek, Andreas Mauhart und Evert Vastenburg übernehmen die Verteidigung des Quartetts. Ein Prozesstermin steht aber bislang noch nicht fest.
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