10.01.2006 20:10 |

Mekka-Reise

Ende der Pilgerfahrt läutet die Zeit des Opferfests ein

Mit der symbolischen Steinigung des Teufels durch zehntausende moslemische Gläubige ist am Dienstag die jährliche Pilgerfahrt Hadj in Saudiarabien zu Ende gegangen. Mit ihr beginnt das islamische Opferfest Eid al-Adha an dem Gläubige Tiere opfern sollen - gleich 1.600 Menschen verletzten sich bei dem grausigen Ritual.

Bereits am frühen Morgen hatten sich viele der Gläubigen zur Jamarat-Brücke in Mina aufgemacht, um dort Steine auf drei Säulenkonstruktionen zu werfen. Damit soll symbolisch der Teufel ausgetrieben werden. Zuvor waren die Pilger zum Berg Arafat bei Mekka geströmt, um dort zu beten. Die Teilnahme an der Hadj (gesprochen „Hadsch“) ist für jeden Muslim zumindest einmal im Leben geboten, sofern die finanziellen Mittel vorhanden sind. Dieses Jahr beteiligten sich wieder mehr als zwei Millionen Muslime aus 178 Staaten.

1.600 Verletzten sich beim „Opfern“
Am Tag des Opferfestes sollen alle Gläubigen, die es sich leisten können, ein Tier schlachten, um damit an das Opfer Abrahams zu erinnern, das im Alten Testament erwähnt wird. In der Türkei haben sich am ersten Tag des islamischen Opferfestes am Dienstag mehr als 1600 Gläubige beim Schächten der Tiere selbst verletzt. Ungeübt im Umgang mit dem Messer oder Beil erlitten die meisten Schnittverletzungen an Armen oder Beinen. Andere wurden von widerspenstigen Opfertieren getreten.

In der Kleinstadt Gebze südöstlich von Istanbul starben zwei Männer, die bei der rituellen Schlachtung der Tiere einen Herzinfarkt erlitten. Ein 60 Jahre alter Mann konnte dank Elektroschockbehandlung gerettet werden. Kritik wurde im türkischen Fernsehen daran geübt, dass trotz aller Ermahnungen der Behörden auch diesmal wieder Schafe und Rinder am Straßenrand und gelegentlich unter den Augen von Kindern zerlegt wurden.