Telefonieren, nebenbei eine Email schreiben und gleichzeitig über die nächste Aufgabe nachdenken – das ist Multitasking pur. Besonders, wenn viele Dinge auf einmal anstehen, sind wir oft versucht, so viel wie möglich gleichzeitig zu tun. Dieser Versuch kostet uns aber in Wahrheit oft mehr Zeit, als er uns bringt.
Auch intensives Training ändert nichts daran: Das menschliche Gehirn kann zwei Aufgaben nicht wirklich gleichzeitig erledigen. Stattdessen arbeitet es sie weiterhin nacheinander ab.
Für die Untersuchung* mussten Versuchspersonen zwei Aufgaben parallel bearbeiten. Mit der rechten Hand sollten sie die Größe eines kurz eingeblendeten Kreises anzeigen, während sie gleichzeitig angeben mussten, ob ein abgespielter Ton hoch, mittel oder tief war. Mit zunehmender Übung wurden die Teilnehmenden schneller und machten weniger Fehler.
Lange galt ein solcher Trainingseffekt („Virtually Perfect Time Sharing“) als Hinweis darauf, dass das Gehirn Aufgaben mit genügend Übung parallel verarbeiten kann. Die neuen Ergebnisse sprechen jedoch gegen diese Annahme.
Die Tests wurden über mehrere Tage hinweg wiederholt, um zu prüfen, ob sich die Leistung durch Übung verbessert. Die Forschenden maßen sowohl die Reaktionsgeschwindigkeit als auch die Fehlerquote. Das Ergebnis: Trotz Training konnte das Gehirn die Aufgaben nicht gleichzeitig verarbeiten. Stattdessen wechselte es weiterhin rasch zwischen ihnen hin und her – und erledigte sie damit letztlich doch nacheinander.
Grenzen der Verarbeitung
Den Forschenden zufolge optimiert das Gehirn die Reihenfolge der einzelnen Verarbeitungsschritte, sodass sie sich weniger gegenseitig behindern. „Unser Gehirn ist sehr geschickt darin, Prozesse hintereinander zu reihen“, erklärte Schubert. Diese Optimierung habe jedoch Grenzen.
*Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der Fernuniversität in Hagen und der Medical School Hamburg, die im Fachjournal „Quarterly Journal of Experimental Psychology“ veröffentlicht wurde. An drei durchgeführten Experimenten nahmen 25 Personen teil.
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