Terroranschlag

Terror-Anschläge in Kerbala und Ramadi

Ausland
05.01.2006 16:43
Beim schwersten Anschlag im Irak seit mehr als einem Monat hat ein Selbstmordattentäter in der den Schiiten heiligen Stadt Kerbala 49 Menschen getötet und etwa 70 verletzt. In Ramadi wurden wenig später ebenfalls bei einem Selbstmordanschlag 67 Menschen getötet und rund 100 Menschen verletzt.

In Kerbela zündete der Attentäter seinen Sprengstoffgürtel in einer belebten Straße unweit des Imam-Hussein-Schreins, einem der wichtigsten Orte für Schiiten in der Stadt rund 110 Kilometer südwestlich von Bagdad, wie die Polizei mitteilte. Es gilt als so gut wie sicher, dass der Anschlag gegen Schiiten gerichtet war. Erst vor zwei Tagen war die Stadt Schauplatz von Gewalt, nachdem es dort fast ein Jahr lang relativ ruhig geblieben war. Bereits am Mittwoch waren im ganzen Land mindestens 58 Menschen bei einer Vielzahl von Anschlägen getötet worden.

Auf Fernsehbildern aus Kerbala waren Blutlacken in den Straßen zu sehen. Zudem lagen Schrottteile am Boden verteilt. Passanten luden Verletzte in Autos und auf Laster, um sie ins Krankenhaus zu bringen. Eine in schwarz gekleidete Frau weinte und drückte ihr verletztes Baby an sich.

In der westlichen Stadt Ramadi sprengte sich am Donnerstag nach Polizeiangaben ein Attentäter inmitten einer Gruppe von Polizisten und Rekruten in die Luft. Wie Krankenhausmitarbeiter bekannt gaben, riss er 67 Menschen mit in den Tod. Zudem wurden rund 100 Menschen verletzt. Ramadi liegt mehr als hundert Kilometer westlich von Bagdad und ist eine Hochburg der Al-Kaida-Gruppe Zarqawis. Fast täglich werden dort Anschläge gegen die US-Armee verübt.

Ein Sprecher von Ministerpräsident Al-Jaafari nannte den Anschlag von Kerbala "eine feige Tat" und gab "Elementen der aufgelösten Baath-Partei (des gestürzten Machthabers Saddam Hussein) und islamistischen Extremisten" die Schuld. Wenige Stunden vor dem Anschlag hatten Unbekannte einen ehemaligen Funktionär der Baath- Partei in der Nähe seines Hauses in Kerbala ermordet.

Aufständische haben am Donnerstag unterdessen einen Bombenanschlag auf eine Gaspipeline in der Nähe der nordirakischen Stadt Kirkuk verübt. Die Feuerwehr versuche, den dadurch verursachten Brand zu löschen, teilte die irakische Polizei mit.

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